„Krone“-Kolumne

Herzog: „Nur die Salzburger fischen im Pazifik“

Der große Reiz, Red Bull Salzburg zu entthronen, ist für die Konkurrenz immer da. Dafür bräuchte es aber eine Philosophie und einen Megalauf. „Nur die Salzburger fischen im Pazifik. Und der Rest sucht im Wienerwaldsee die Fische“, so Andreas Herzog. Hier die „Krone“-Kolumne unseres Rekord-Teamspielers:

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Natürlich ist es noch sehr früh, um Prognosen zu tätigen. Man muss abwarten, was sich noch am Transfermarkt tut. Aber, und da lege ich mich jetzt schon fest: Am Ende wird wieder Salzburg die beste Mannschaft haben und auch Meister werden. Ich will niemanden beleidigen, aber man könnte die unterschiedlichen Ausgangspositionen folgendermaßen bildlich darstellen: Die Salzburger fischen im Pazifik. Rapid, Sturm Graz, der LASK, Wolfsberg und dank der frischen Europacup-Einnahmen auch die Austria fischen in der Adria. Und der Rest - also Altach, Austria Klagenfurt, Ried, Austria Lustenau, Hartberg und WSG Tirol - sucht im Wienerwaldsee die Fische.

Salzburg bietet Talenten aus allen Kontinenten ein Sprungbrett für Weltkarrieren. Beispiele wie Sadio Mané, Erling Haaland oder Karim Adeyemi gibt es mittlerweile viele. In Salzburg bekommen Talente sehr früh die Chance, im Profifußball Fuß zu fassen. Die Erfolgsläufe in der Youth League und die Teilnahmen an der Champions League haben eine große Sogwirkung. Wie wäre es sonst denkbar, dass sich ein Kaliber wie Dayot Upamecano, der mit Frankreich U17-Europameister wurde, für Österreich entscheidet? Eigentlich unglaublich. Salzburg kann es sich natürlich leisten, für einen 15-Jährigen drei, vier Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Aber: Man hat sich diesen Vorteil und diesen Vorsprung dank jahrelanger konsequent guter Arbeit auch verdient.

Der Reiz für die Konkurrenz, die Salzburger vielleicht doch einmal zu entthronen, ist immer da. Auch heuer. Dafür reichen aber nicht nur zwei, drei gute Spieler. Dazu bräuchte man eine echte Philosophie (wie es der LASK vor einigen Jahren hatte) und einen Megalauf. Gefragt sind besondere Spieler. In der Defensive sind es Mentalitätsspieler, die alles fürs Team machen, solide agieren, wenig Fehler machen. Und in der Offensive sind es die positiv Verrückten, die sogenannten Unterschiedsspieler. Klingt alles relativ einfach, die Umsetzung ist aber alles andere als leicht.

 Kronen Zeitung
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