19.07.2011 08:58 |

Juventus blitzt ab

Inter Mailand darf Meistertitel von 2006 behalten

Trotz massiver Manipulationsvorwürfe darf Inter Mailand den Meistertitel von 2006 behalten. Der italienische Fußballverband (FIGC) verweigerte am Montag die von Juventus Turin geforderte Aberkennung des Titels. Der Verband erklärte sich in seiner Sitzung in Rom aus juristischen Gründen für nicht zuständig. Die Turiner wollen jetzt vor einem Zivilgericht klagen.

"Die Glaubwürdigkeit des Systems steht auf dem Spiel", erklärte Juve-Präsident Andrea Agnelli. Den Turinern war der Titel 2006 wegen der Machenschaften ihres damaligen Managers Luciano Moggi aberkannt und Inter zugesprochen worden. Moggi hatte mithilfe enger Kontakte zu den Schiedsrichter-Koordinatoren und zu Unparteiischen Ligaspiele zugunsten von Juve manipuliert. Dafür wurde er vom Verband lebenslang gesperrt und Juve zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt.

Auch Inter soll betrogen haben
Inter galt damals als Opfer. Im laufenden Zivilprozess gegen Moggi und seine Komplizen in Neapel tauchten nun aber neue Abhörprotokolle auf. Diese brachten den Chef-Ankläger des italienischen Fußballverbandes, Stefano Palazzi, zu dem Schluss, dass auch Inter vor fünf Jahren betrogen haben soll. Der damalige Inter-Präsident Giacinto Facchetti habe ebenfalls Schiedsrichter beeinflusst und damit die Serie A manipuliert. Wäre das neue Belastungsmaterial bereits vor fünf Jahren vorgelegen, wäre auch Inter verurteilt und der Titel 2006 Mailand nicht zugesprochen worden.

Sportrechtlich ist der Fall jedenfalls verjährt. Inter-Präsident Massimo Moratti wies dennoch alle Vorwürfe zurück. Der Klub-Besitzer nannte die Anschuldigungen gegen den im September 2006 verstorbenen Facchetti "inakzeptabel, beleidigend und geschmacklos".

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