„Krone“-Umfrage

Wenn Pension nach jahrelanger Arbeit nicht reicht

Ein Leben lang gearbeitet und doch bleibt immer weniger übrig. Die „Krone“ hat mit Wiener Pensionisten über Einschränkungen im Alltag und ihre Ängste gesprochen.

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„Ich habe noch nie so viele Anrufe und E-Mails bekommen oder Gespräche geführt, in denen mir die Menschen von ihren Ängsten erzählen und dass sie nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll“, erzählt Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec (ÖVP).

Auch Maria Feichtinger-Kos spürt die Teuerungen. Nun ist auch ihr Lieblingsrestaurant teurer geworden, aber diesen Luxus lässt sich die 68-Jährige nicht nehmen. Otto Zimmermann hat ebenso sein Leben lang gearbeitet, doch von seiner Pension bleibt am Monatsende immer weniger übrig. Ungeplante Ausgaben reißen ein Loch ins Budget.

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Anfangs habe ich die steigenden Preise nicht so sehr gespürt, aber mittlerweile wird der Einkauf von Woche zu Woche teurer. Ich sehe mich jetzt viel stärker nach Aktionen um, so kann ich etwas Geld sparen. Die Miete bereitet mir auch Sorgen. Zu zweit lässt sich das stemmen, aber alleine wäre das eine große Belastung. Auch mein Lieblingsgasthaus hat die Preise erhöht. Mein Mann und ich werden trotzdem noch regelmäßig hingehen, diesen Luxus wollen wir uns beibehalten.

Maria Feichtinger-Kos (68)

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Ich darf mich nicht beschweren, ich habe eine gute Pension. Es geht sich aus. Aber wie lange noch, ist die Frage. Vor allem die jungen Menschen tun mir leid. Wie sollen sie sich eine Zukunft aufbauen? Die Aufgabe der Regierung ist es jetzt, diese Menschen, genauso wie Alleinerziehende und Pensionisten, zu unterstützen. Von einer Mehrwertsteuersenkung halte ich wenig, davon profitieren die Falschen.

Hannelore Weigl-Thümel (80)

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Die gestiegenen Energie- und Tankpreise spüre ich stark. Ich befürchte aber, dass es noch schlimmer wird. Jetzt schon kann ich immer weniger Geld von meiner Pension zur Seite legen. Wenn eine größere, unerwartete Ausgabe ansteht, wird es schwierig mit meiner kleinen Pension. Eine Lösung für das Problem wird es so schnell aber nicht geben. Auch wenn alle jammern, wir können nichts dagegen tun.

Otto Zimmermann

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Am stärksten merke ich es bei den Lebensmitteln, wenn auch nur centweise. Mein Mann und ich müssen zum Glück noch auf nichts verzichten, aber ich kenne einige Leute in der Pfarre, denen es nicht so gut geht. Sie können sich nur noch das Nötigste leisten, ausgehen kommt nicht infrage. Wir wünschen uns alle, dass es besser wird, aber das wird nicht passieren, fürchte ich.

Louise Soucek

Derzeit diskutieren die Wiener Parteien unterschiedliche Hilfspakete. Von der geforderten Senkung der Mehrwertsteuer hält Hannelore Weigl-Thümel wenig. „Da profitieren wieder die Falschen“, sagt die Rentnerin. In welcher Form die Pensionisten letzten Endes auch entlastet werden, es braucht rasche und treffsichere Maßnahmen.

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Mittwoch, 25. Mai 2022
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