21.03.2022 14:59 |

„Play for Ukraine“

Diese Cyberangriffe auf Russland sind (k)ein Spiel

Software-Entwickler im westukrainischen Lwiw haben mit „Play for Ukraine“ ein kostenloses Browsergame entwickelt, das selbst Laien die spielerische Teilnahme an sogenannten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) auf russische Websites ermöglichen soll. Vor allem Kinder und Jugendliche, schreiben die Macher, könnten der Ukraine so zum Sieg verhelfen.

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„Play for Ukraine“ (playforukraine.life) basiert auf dem beliebten Zahlenrätselspiel „2048“, bei dem Kacheln gleicher Zahlen miteinander kombiniert bzw. addiert werden müssen, um am Ende eine Kachel mit der namensgebenden Zahl zu erreichen. Im Gegensatz zum Original hilft jeder Spielzug bei „Play for Ukraine“ jedoch auch dabei, DDoS-Angriffe auf russische Webserver zu unterstützen, wie die Website „Fast Company“ berichtet.

Bei einem solchen Cyberangriff wird normalerweise Schadsoftware verwendet, um Computer zu kapern, die dann angewiesen werden, kontinuierlich Anfragen an einen Zielserver zu senden, bis der normale Betrieb des Servers unterbrochen oder gestoppt wird, die Website also lahmgelegt ist. Anstatt Computer allerdings zu kapern, setzt „Play for Ukraine“ auf die Freiwilligkeit der teilnehmenden Spieler und versendet Serveranfragen, wenn sie einen Spielzug machen.

Ziele geheim
Ein Zähler im Spiel gibt Auskunft über die Anzahl der erfolgten Angriffe - auf welche Seiten diese abzielen, behalten die Macher für sich. „Unser Hauptziel sind Websites, die der russischen Armee dienen. Wir wollen dem Feind unsere spezifischen Ziele nicht verraten, daher wird die Liste der Websites nicht veröffentlicht“, heißt es auf der Website zur Begründung. Dem offiziellen Twitter-Account nach will man seit dem Start des Spiels bereits mehr als 200 russische Websites auf diese Art angegriffen haben.

Staatlich legitimiert
Auf playforukraine.life gibt man auch an, Teil der von Vize-Regierungschef Mykhailo Fedorov ins Leben gerufenen „IT-Armee“ zu sein, der sich Internetnutzer aus aller Welt anschließen können, um der Ukraine bei der Bekämpfung der russischen Invasion zu helfen. „Play for Ukraine“ selbst wurde von der ukrainischen Cyberpolizei verifiziert - einer im Innenministerium angesiedelten Behörde zur Strafverfolgung von Cyberkriminalität.

Kinder und Jugendliche als Hauptzielgruppe
Geeignet sein soll das Spiel übrigens für jeden, „aber wir bemühen uns, Teenager und Kinder auf diese Weise anzusprechen“, schreiben die Entwickler. „Wir wissen, dass junge Menschen versuchen, der Ukraine zum Sieg zu verhelfen, aber sie wissen oft nicht, was sie tun sollen. Dieses Spiel wird Ihnen helfen, zum gemeinsamen Sieg beizutragen.“

Dafür muss man demnach noch nicht einmal spielen: „Selbst wenn Sie die Seite nur im Browser öffnen und sie dann verlassen, geht der Angriff weiter“.

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