Mo, 25. Juni 2018

Giro-Schock

09.05.2011 22:02

Belgier Weylandt stürzt auf 3. Etappe 20 m in den Tod

Von einem tödlichen Sturz des belgischen Radprofis Wouter Weylandt ist am Montag die dritte Etappe des Giro d'Italia überschattet worden. Der Kollege des Tirolers Thomas Rohregger im Team Leopard-Trek stürzte auf der Abfahrt vom Bocco-Pass rund 25 Kilometer vor dem Ziel mehr als 20 Meter ab und erlag seinen schweren Verletzungen. Der Tagessieg ging an den Spanier Angel Vicioso.

Weylandt streifte nach ersten Angaben mit einem Pedal eine Mauer, verlor bei hohem Tempo die Kontrolle und fiel über eine Böschung auf die weiter unten liegende Fahrbahn. Der Belgier hatte im Vorjahr eine Etappe des Giro und 2008 eine der Spanien-Rundfahrt gewonnen. Er fuhr seit heuer beim neuen Team der Brüder Fränk und Andy Schleck.

Ärzte versuchten nach Angaben der Zeitung "Gazzetta dello Sport" und des TV-Senders RAI erfolglos, den 26-Jährigen wiederzubeleben. "Wouter Weylandt war schon bewusstlos, als wir eintrafen. Wir haben 40 Minuten lang versucht, ihn zu reanimieren. Aber es war nichts mehr zu machen", hieß es in einem Statement von Rennarzt Giovanni Tredici nach dem vierten Todesfall in der Geschichte der Italien-Rundfahrt.

Autopsie angeordnet
Die Staatsanwaltschaft des italienischen Ortes Chiavari hat nach dem tödlichen Sturz ein Ermittlungsverfahren zur Klärung des Unfallhergangs eingeleitet. Der stellvertretende Staatsanwalt Francesco Brancaccio ordnete eine Autopsie an.

Leopard-Team-Manager Brian Nygaard erklärte, die Mannschaft befinde sich in einem Zustand des Schockes und der Trauer. "Wir drücken der Familie und den Freunden von Wouter unser tiefes Mitgefühl aus", hieß es in einer Stellungnahme des Rennstalls. Weylandt wäre im September erstmals Vater geworden.

Vicioso gewinnt Etappe, Millar im Rosa Trikot
Den Sieg auf dem 173-km-Abschnitt von Reggio Emilia nach Rapallo an der ligurischen Küste sicherte sich der Spanier Angel Vicioso im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe vor dem Schotten David Millar und seinem Landsmann Pablo Lastras. Das Rosa Trikot des Gesamtführenden der 94. Auflage wechselte vom Briten Mark Cavendish zu Millar, der mit den Ausreißern 21 Sekunden Vorsprung auf das Feld herausholte.

Die Siegerehrung wurde abgesagt. Giro-Chef Angelo Zomegnan unterstrich am Montagabend auf einer Pressekonferenz, er überlasse es den Fahrern, wie sie die vierte Etappe gestalten - diese wird aber wohl neutralisiert gefahren und nicht für das Gesamtklassement gewertet. Die Italien-Rundfahrt selbst wird jedoch fortgesetzt.

Ergebnis der 3. Etappe:
1. Angel Vicioso (ESP) Androni 3:57:38 Stunden
2. David Millar (GBR) Garmin gleiche Zeit
3. Pablo Lastras (ESP) Movistar gleiche Ziet
4. Daniel Moreno (ESP) Katjuscha gleiche Zeit
5. Christophe Le Mevel (FRA) Garmin gleiche Zeit
6. Bram Tankink (NED) Rabobank +0:12 Minuten
Weiter:
27. Alberto Contador (ESP) Saxo Bank +0:21
37. Thomas Rohregger (AUT) Leopard +0:21

Stand in der Gesamtwertung:
1. David Millar (GBR) Garmin 10:04:29 Stunden
2. Angel Vicioso (ESP) Androni +0:07 Minuten
3. Konstantin Siwzow (BLR) HTC-Highroad +0:09
4. Marco Pinotti (ITA) HTC-Highroad +0:09
5. Craig Lewis (USA) HTC-Highroad +0:09
Weiter:
25. Alberto Contador (ESP) Saxo Bank +0:37
59. Thomas Rohregger (AUT) Leopard +0:51

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