14.01.2022 05:55 |

Fact-Checker:

YouTube einer der wichtigsten Kanäle für Fake News

Mehr als 80 Fact-Checking-Organisationen aus aller Welt appellieren in einem offenen Brief an YouTube, Maßnahmen gegen die auf seiner Plattform kursierenden Falschinformationen insbesondere zum Coronavirus zu ergreifen. „Als internationales Netzwerk von Fact-Checking-Organisationen beobachten wir, wie sich Lügen online verbreiten - und jeden Tag sehen wir, dass YouTube einer der wichtigsten Kanäle für Online-Desinformation und Fehlinformationen weltweit ist“, heißt es darin.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes zählen Fact-Checking-Organisationen aus den USA wie PolitiFact, The Washington Post Fact Checker und MediaWise von Poynter sowie Dubawa und Africa Check aus Afrika, Fact Crescendo und Factly aus Indien und viele weitere aus Ländern wie Indonesien, Israel und der Türkei. Sie kritisieren, dass gesundheitsbezogene Falschinformationen bei YouTube seit Langem auf fruchtbaren Boden fallen, darunter etwa auch Inhalte, die Krebspatienten ermutigen, ihre Krankheiten mit unwissenschaftlichen Behandlungen zu bekämpfen.

„Im letzten Jahr haben wir gesehen, wie Verschwörungsgruppen gedeihen und grenzüberschreitend zusammenarbeiten, einschließlich einer internationalen Bewegung, die in Deutschland begann, nach Spanien übersprang und sich in Lateinamerika ausbreitete, alles auf YouTube“, heißt es in dem Schreiben. „Währenddessen sahen sich Millionen anderer Nutzer Videos auf Griechisch und Arabisch an, die sie dazu aufforderten, Impfungen zu boykottieren oder ihre COVID-19-Infektionen mit Scheinheilmitteln zu behandeln.“

Nicht-englischsprachige Inhalte außer Acht gelassen
Eine der wesentlichen Ursachen für das Problem ist den Fact-Checkern zufolge ein Mangel an Moderation in nicht-englischsprachigen Ländern. Sie appellieren daher an YouTube, „länder- und sprachspezifische Daten sowie Transkriptionsdienste bereitzustellen, die in jeder Sprache funktionieren“, um gegen den Fluss von Fehlinformationen in Sprachen jenseits des Englischen vorzugehen, auf das das Videoportal seine Moderationsmethoden konzentriert. Die Gruppe drängt YouTube zudem, seine Bemühungen zu verstärken, Fehlinformationen zu entlarven und Kontext auf der Plattform zu liefern.

„YouTube lässt es zu, dass seine Plattform von skrupellosen Akteuren als Waffe eingesetzt wird, um andere zu manipulieren und auszubeuten und um sich selbst zu organisieren und Geld zu beschaffen“, schrieb die Gruppe. „Die derzeitigen Maßnahmen erweisen sich als unzureichend.“

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