06.01.2022 07:05 |

Schneefälle in Kärnten

20.000 Haushalte ohne Strom - Sperren & Unfälle

Starker Schneefall hat in weiten Teilen Kärntens den Verkehr lahmgelegt. Bis in die frühen Donnerstagmorgenstunden standen die Feuerwehren wegen der Neuschneemassen - die „Krone“ berichtete - im Einsatz. Noch immer sind Straßen gesperrt, es gibt nach wie vor Netzausfälle durch umgestürzte Bäume.

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Bis Donnerstagfrüh zählte die Landesalarm- und Warnzentrale insgesamt 600 Feuerwehreinsätze in ganz Kärnten. Die massiven Neuschneemengen hielten die Einsatzkräfte bis in Donnerstag auf Trab. Wegen umgestürzter Bäume sind nach wie vor mehrere Straßen gesperrt. Durch den starken Schneefall wurden auch Bahnstrecken lahmgelegt.

Update: Donnerstag, 12.30 Uhr
Tauernstrecke Villach - Spittal:
Zwischen Villach und Spittal sind derzeit keine Fahrten möglich. Die Mitarbeiter der ÖBB arbeiten gemeinsam mit der KELAG an den Schadensstellen. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet, es ist aber aufgrund der Straßenverhältnisse mit Verzögerungen zu rechnen.
Villach - Arnoldstein - Tarvis: Derzeit sind keine Fahrten nach Tarvis möglich. Aufgrund der Straßenverhältnisse ist derzeit auch kein Schienenersatzverkehr möglich. Derzeit warten Reisende nach Italien in Villach auf die Weiterfahrt und werden von den ÖBB mit Essen und Getränken versorgt. Es wird fieberhaft versucht die Weiterreise mit Bussen zu organisieren.
Villach - Arnoldstein - Hermagor: Im Gailtal sind derzeit keine Fahrten möglich. Die Dauer der Einschränkungen ist derzeit nur schwer abzusehen. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Villach und Hermagor ist eingerichtet.
Villach - Rosenbach: Die Strecke ist derzeit gesperrt. Die Dauer der Sperre ist derzeit nicht absehbar. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.

"Wir ersuchen unsere Kunden daher, nicht dringende Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und sich vor Fahrtantritt über ihre geplante Verbindung zu informieren, heißt es vonseiten der ÖBB. Infos: Streckeninformation (oebb.at)

Behinderungen bei Bahnverkehr
Durch den starken Schneefall wurden auch drei Bahnstrecken lahmgelegt - darunter auch die Karawankenbahn zwischen Villach und Rosenbach. Besonders betroffen war das Gailtal. Die Gailtalbahn war zwischen Arnoldstein und Hermagor gesperrt, die Gailtal Straße (B111) zwischen St. Stefan und Nötsch.Schließlich war auch die Ossiachersee-Bahnstrecke zwischen Ossiach und Sattendorf unterbrochen. 

Verkehrsunfälle auf Kärntens Straßen
Auf der Ossiacher Straße (B94) krachte eine 49-jährige Autolenkerin am Mittwochabend gegen einen Baum, der knapp vor ihr unter der Schneelast zusammengebrochen und auf die Fahrbahn gestürzt war. Der Baum hat auch eine Stromleitung beschädigt, die St. Veiterin bleib unverletzt.

Alkolenker kam von Schneefahrbahn ab
Mit dem Auto 30 Meter in die Tiefe gestürzt ist ein 25-jähriger Autolenker wegen der winterlichen Verhältnisse in Heiligenblut. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und stürzte mit mehreren Überschlägen über eine 30 Meter hohe Böschung. Der Mann war alkoholisiert. Er und seine 20-jährige Beifahrerin wurden bei dem Unfall verletzt und ins Bezirkskrankenhaus Lienz gebracht worden.

Betrunkener verursachte Massenkarambolage
Ein Pkw-Lenker aus St. Veit war Mittwochabend betrunken auf der S37 Richtung  St. Veit unterwegs. Höhe Maria Saal fuhr er einem vor ihm fahrenden Autofahrer (20) aus St. Veit auf. Dieser wurde dabei gegen einen weiteren Pkw geschleudert. Danach fuhr noch ein weiterer Pkw diesem Fahrzeug auf. Alle Lenker blieben unverletzt. Die S37 musste für etwa zwei Stunden gesperrt werden. Mehrere Feuerwehren standen im Einsatz. 

Straßenbehinderungen
Bereits am Mittwochnachmittag hatte der ÖAMTC von Behinderungen auf Kärntner Straßen berichtet. Betroffen waren demnach auch Abschnitte der Südautobahn (A2) und der Tauernautobahn (A10). Der Verkehr kam nur stockend voran. Auf der A2 blieben zwischen Velden und Villach immer wieder Fahrzeuge hängen, die A10 wurde in Fahrtrichtung Villach zwischen den Anschlussstellen Spittal-Ost und Paternion-Feistritz wegen hängengebliebener Lkw zwischenzeitlich gesperrt, auch auf der Drautalstraße (B100) zwischen Spittal an der Drau und Lienz blieben immer wieder Lkw hängen. 

20.000 Haushalte Donnerstagfrüh ohne Strom
Bis Donnerstagfrüh waren 20.000 Kärntner im Dunklen. „Monteure arbeiten auf Hochtouren“, gibt Josef Stocker von Kärnten Netz bekannt. „Ursachen sind umgestürzte Bäume, Schnee- und Eiswalzenbildung auf Leitungen, vereinzelt auch Kabelstörungen.“ Hauptbetroffene Gebiete: Bezirke Villach Land, Hermagor, Feldkirchen und Klagenfurt-Land. „Im Westen und im Mölltal ist die Stromversorgung aufrecht, auch östlich von Klagenfurt und St. Veit, abgesehen von vereinzelten Störungen in der Umgebung von Eisenkappel“, fügt er hinzu. Und auch am Nachmittag entspannte sich die Lage nur leicht: „13.000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom.“

Stocker warnt: „Die Leute mögen bitte Abstand halten von Stromleitungen und Leitungsteilen, wo Bäume verfangen oder umgeknickt sind. Das ist lebensgefährlich!“

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