Fr, 17. August 2018

Kein "sehr guter"

29.04.2011 13:57

Viel Mittelmaß beim Crossover-Helm-Test

Der ÖAMTC hat zehn Crossover-Helme im Preisbereich zwischen 160 und 400 Euro getestet. Diese Modulhelme bei Motorradfahrern aufgrund ihrer großen Wandlungsfähigkeit sehr beliebt. Bewertet wurden sechs Jethelme mit abnehmbarem Kinnteil und vier Klapphelme, die zu Jethelmen umgebaut werden können. Keiner schnitt "sehr gut" ab.

Neben den Klapphelmen, deren Kinnteil nach Vorschrift des Herstellers während der Fahrt immer geschlossen sein muss, werden vermehrt sogenannte modulare Helme angeboten, die auch als Crossover- Helme bezeichnet werden. Eine einheitliche Begrifflichkeit ist hier noch nicht gefunden. Helme dieser Gattung haben eine Zulassung als Jetund als Integralhelm. Zu erkennen ist diese Doppelzulassung durch die Kennbuchstaben J und P in den EG-Prüfnummern, die meist auf einem Label an dem Kinnriemen abzulesen ist.

Die Einzelergebnisse siehe Infobox!

Alle zehn getesteten Helme verfügen über die genannte Doppelzulassung und können ihrer Bauart entsprechend in zwei Gruppen differenziert werden. Sechs Helme haben den Charakter von Jethelmen (Airoh, Caberg, Givi, HJC, Nolan, X-lite), die mit einem abnehmbaren Kinnteil ausgestatten wurden. Die zweite Gruppe stellt Klapphelme dar, die zu Jethelmen verwandelt werden können, indem deren Kinnteile entweder demontiert (Probiker, Scorpion Exo) oder nach hinten gedreht (Shark, Roof) werden.

Als besten Kompromiss zwischen den beiden Gruppen und als bester im Vergleichstest stellt sich der ausgewogene Helm X-lite X-402 GT (ÖAMTC-Empfehlung: gut) dar. Ebenfalls gut zeigten sich die beiden Klapphelme Shark EvoLine 2 und Scorpion Exo 900 (beide ÖAMTC-Empfehlung: gut), die vorrangig wegen ihrer hohen Gewichte Punkte gegenüber dem Besten im Vergleichstest verlieren.

Folgendes zeigte sich im Test:

  • Visierqualität: Das Pinlock-Visier ist laut ÖAMTC die beste Variante, um Kratzern und Beschlagen vorzubeugen. Dieses Visier ist nur beim Testsieger serienmäßig installiert.
  • Passform: Die Passform der Helme sollte flexibler gestaltet sein. "Oft werden optimal zum Oberkopf passende Modelle als zu klein empfunden, weil Kinn-, Mund- und Nasenbereich sehr eingeengt sind. Unterschiedliche Wangenpolster und Kinnbügel können hier Abhilfe schaffen", bemängelt der ÖAMTC.
  • Kinnriemenverschlüsse: "Als besonders praktikabel haben sich Ratschen-oder Doppel-D-Verschlüsse erwiesen. Diese Vereinheitlichung sollte auch Gegensand der ECE-Norm werden."

Tipps für den Motorradhelmkauf

Von der richtigen Wahl des Helms kann im Notfall das Leben abhängen, und auch auf das Fahrvergnügen hat er Einfluss. Darum sollte man sich für den Kauf genügend Zeit nehmen und folgende Ratschläge des ÖAMTC beherzigen:

Helmgröße:
Der Helm soll rundum am Kopf "fest" sitzen, ohne zu drücken. Als Faustregel gilt, dass sich die Kopfhaut im Bereich der Stirn bei Drehbewegungen des Helmes mit verschieben sollte. Da sich die Innenausstattung im Laufe der Benutzung noch etwas "setzt", darf der Helm nicht zu groß gewählt werden. Bei geschlossenem und korrekt eingestelltem Kinnriemen darf sich der Helm auch mit hohem Kraftaufwand nicht nach vorn vom Kopf abziehen lassen. Wichtig ist auch, dass der Kinnriemen nicht am Kehlkopf aufliegt.

Farbgebung und Visier:
Bei der Farbgebung sind helle, leuchtende Töne im Sinne einer besseren Sichtbarkeit zu bevorzugen. Als weitere Faktoren können die optische Qualität und die Beschlagneigung des Visiers überprüft werden. Wenn dabei das Visier geschlossen ist, kann man auch testen, ob ausreichend Frischluftzufuhr gegeben ist.

Praxistest:
Ist schließlich ein passendes Modell gefunden, sollte es mindestens zehn Minuten lang im Laden getragen werden. Eventuelle Druckstellen und Hautunverträglichkeiten des Futters werden in diesem Zeitraum in der Regel spürbar. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man eine Probefahrt mit dem Helm durchführen. So kann man die Gegebenheiten auf dem eigenen Motorrad am besten überprüfen.

Pflege und Individualisierung:
Für die Helmpflege ist es von Vorteil, wenn das Innenfutter herausnehmbar ist. Bei manchen Modellen kann die Innenausstattung den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Ob das beim Wunschhelm so ist, kann man in der Gebrauchsanweisung nachschlagen oder noch besser sofort beim Händler erfragen.

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