Tobender in Flugzeug

„Haben Passagier in der Bordküche überwältigt“

Ohne zu zögern, stellte sich ein Polizistenpaar aus Niederösterreich auf dem Weg in den Urlaub in den Dienst und überwältigte einen Flugpassagier. Der „Krone“ berichten sie von ihrem Einsatz in zivil.

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Durchschnittlich auf jedem 15. Flug sind sogenannte Air Marshals mit an Bord. In diesem Fall war es aber weder ein von der AUA organisierter Flug, noch waren Sicherheitskräfte anderer Länder im Flugzeug. Und so waren Bianca und Benjamin – beides Uniformierte im Dienst der heimischen Exekutive – die einzigen qualifizierten Sicherheitsleute, die an Bord der Maschine von Frankfurt nach Vancouver (Kanada) die Sache hinsichtlich Sicherheit in die Hand nehmen konnten.

„Wir und alle anderen Passagiere waren aufgrund der Drohungen des Mannes in den ersten Momenten des Vorfalls wirklich mit Todesangst konfrontiert. Der Mann saß nur zwei Sitze von uns entfernt, dazwischen war der Gang“, so die beiden Polizisten zur „Krone“.

„Zuerst haben wir unter uns besprochen, ob es sinnvoll ist, uns als Polizisten zu erkennen zu geben. Da die Lage aber derart heikel schien, teilten wir dann unseren Beruf einem Crew-Mitglied mit und boten Unterstützung an.“

Nur wenig später wurde es ernst: „Wir haben uns dann verdeckt, in einem separaten Bereich, mit dem Crew-Chief sowie mit der restlichen Besatzung über die weitere Vorgehensweise beraten. Ein Crew-Mitglied verblieb bei dem Passagier und versuchte, Zeit zu schinden. Der Verdächtige beruhigte sich dann zwar etwas – aber da trotz alledem eine gegenwärtige Gefahr vorlag, erteilte man uns nach Rücksprache mit den Piloten die rechtliche Freigabe und Anordnung zur Festnahme.“

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Wir haben dann in der Bord-Küche zugegriffen – und den Mann mit einer Hebeltechnik zu Boden gebracht und fixiert.

Das Polizei-Pärchen

Und Bianca und Benjamin schlugen ohne zu zögern zu: „Wir haben dann in der Bord-Küche zugegriffen – und den Mann mit einer Hebeltechnik zu Boden gebracht und fixiert.“

„Haben ihm Handfesseln angelegt“
Nachdem die Uniformierten den Verdächtigen außer Gefecht gesetzt hatten, mussten sie den Mann aber noch über die zu fliegenden Stunden in Schach und unter Kontrolle halten. „Nachdem wir den Passagier nach gefährlichen Gegenständen durchsucht hatten, haben wir ihm Handfesseln angelegt und gemäß interner Richtlinien der Fluglinie mit Kabelbinder auf einem isolierten Sitzplatz fixiert. Wir sind dann die restliche Flugzeit zur Sicherheit neben bzw. hinter ihm gesessen.“ Das behördliche Prozedere auf kanadischem Boden war schließlich Formsache.

„Die Kollegen bedankten sich und wir wurden noch vor Ort im Flugzeug einvernommen – sodass wir sogar noch rechtzeitig unseren Weiterflug nach Mexiko erreichen konnten.“

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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