07.12.2021 16:40 |

Mit sofortiger Wirkung

900 Mitarbeiter per Zoom-Videocall gefeuert

Außergewöhnliche Umstände erfordern außerordentliche Maßnahmen. Das dachte sich offenbar auch der CEO des auf die Finanzierung von Hypotheken spezialisierten US-Unternehmens Better.com, Vishal Garg. Er kündigte am Montag mit sofortiger Wirkung mehr als 900 Mitarbeitern - per Videokonferenz.

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„Wenn Sie an diesem Gespräch teilnehmen, gehören Sie zu der unglücklichen Gruppe, die entlassen wird“, sagte Garg in dem Zoom-Call, dessen Aufzeichnung von CNN Business eingesehen wurde. „Ihr Arbeitsverhältnis ist mit sofortiger Wirkung beendet.“ Die mehr als 900 Betroffenen, was etwa neun Prozent der Belegschaft des Unternehmens entspricht, könnten eine E-Mail von der Personalabteilung erwarten, in der die Leistungen und Abfindungen aufgeführt seien.

„Schmerzhafte“ Entlassungen
Gegenüber CNN betonte der kaufmännische Geschäftsführer von Better.com, Kevin Ryan, dass Entlassungen „schmerzhaft“ seien, „besonders zu dieser Jahreszeit“. Eine solide Bilanz und eine reduzierte und fokussierte Belegschaft versetzten das Unternehmen jedoch in die Lage, „in einem sich radikal entwickelnden Eigenheimmarkt offensiv zu agieren.“ Garg führte Markteffizienz, Leistung und Produktivität als Grund für die Entlassungen an.

Das US-Magazin „Fortune“ berichtete später, Garg habe die Mitarbeiter beschuldigt, ihre Kollegen und Kunden „zu bestehlen“, weil sie unproduktiv seien und nur zwei Stunden am Tag arbeiteten. „Dies ist das zweite Mal in meiner Karriere, dass ich das tue, und ich will das nicht tun. Beim letzten Mal habe ich geweint“, sagte Garg in dem Videocall, der laut CNN „kurz und emotionslos“ blieb.

Der Hypothekenfinanzierer hatte im Mai angekündigt, über eine sogenannte SPAC (Special Purpose Acquisition Company) an die Börse zu gehen, und erhielt letzte Woche 750 Millionen Dollar in bar als Teil des Deals.

Umstrittener CEO
Einem „Forbes“-Bericht zufolge war Garg schon früher in Kontroversen verwickelt. Demnach soll er Mitarbeiter in einer E-Mail als einen „Haufen dummer Delfine“, die „zu langsam“ seien und ihn „wahnsinnig“ machten, beleidigt haben. „The Daily Beast“ berichtete im August, dass einer von Gargs „loyalsten Leutnants“ massive Vergünstigungen erhielt, darunter Aktienoptionen in Millionenhöhe, die sofort ausgeübt werden konnten „und nicht mit denen anderer Mitarbeiter vergleichbar waren“. Die Person sei später wegen Mobbings vom Dienst suspendiert worden.

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