05.12.2021 14:12 |

Für Rebellen gehalten

Indische Soldaten erschießen irrtümlich Bergleute

Im Zuge eines missglückten Einsatzes der Armee gegen vermeintliche Rebellen sind im Nordosten Indiens mindestens 13 Zivilisten und ein Soldat ums Leben gekommen. Die Soldaten wollten am Samstagabend in Mon im Bundesstaat Nagaland Aufständischen auflauern - dabei eröffneten sie aber irrtümlich das Feuer auf einen Kleintransporter mit Bergarbeitern, berichteten lokale Medien. Sechs Bergleute seien dabei getötet worden. Daraufhin kam es zu Ausschreitungen mit weiteren Toten.

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Wütende Dorfbewohner zündeten nach dem Tod der Bergleute zwei Armeefahrzeuge an und griffen die Soldaten an. Als diese in „Selbstverteidigung“ auf die Menschenmenge schossen, seien sieben weitere Menschen getötet worden, meldete der Sender NDTV. Auch ein Soldat sei bei dem Zusammenstoß ums Leben gekommen.

Am Sonntag gab es weitere gewaltsame Proteste. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, nachdem eine Menschenmenge ein Armeecamp in Mon angegriffen und angezündet habe, meldete der Nachrichtensender Northeast Now. Weitere seien verletzt worden. Eine offizielle Bestätigung gab es hierfür zunächst nicht. Auf Twitter wurde ein Video zu dem Vorfall hochgeladen: Darauf ist zu sehen, wie große Grünflächen in Flammen stehen und Rauchwolken in den Himmel steigen. Es sind Schreie und Schüsse zu hören (siehe unten).

Regierungschef: Vorfall „äußerst verdammenswert“
Der indische Innenminister Amid Shah ordnete eine Untersuchung an und sprach den betroffenen Familien am Sonntag sein Beileid aus. Die indische Armee äußerte in einer Mitteilung ebenfalls ihr Bedauern. Der Regierungschef von Nagaland, Neiphiu Rio, bezeichnete den Vorfall als „äußerst verdammenswert“.

In Nagaland nahe der Grenze zu Myanmar kämpfen seit vielen Jahren Rebellengruppen gegen die Regierung in Neu Delhi, darunter der Nationale Sozialistische Rat von Nagaland (Khaplang). Die Untergrundkämpfer ziehen sich nach Angriffen oft über die Grenze zurück. Es gibt auch andere separatistische, linksgerichtete und stammesorientierte Gruppen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten forderten diese Konflikte mehr als 15.000 Menschenleben.

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