30.10.2021 18:30 |

Bestattungsbetriebe

„Das Virus hat manche erst wirklich wachgerüttelt“

Salzburgs Bestattungsunternehmen haben in der Virus-Krise gut zu tun - nicht, weil so viel mehr Menschen sterben. Viele Salzburger denken in Zeiten der Pandemie offenbar vermehrt erstmals über ihren Tod nach. Der Beratungsbedarf ist bei den 22 Bestattern im Land so vielerorts angestiegen, melden die Betriebe.

Die Tage werden nun immer kürzer, die bunten Blätter fallen zu Boden. Allerheiligen steht wieder einmal vor der Tür – vielerorts werden die Gräber der Lieben für den Montag aufgehübscht, Friedhofsbesuche mit Verwandten werden eingefädelt.

Kein Wunder, dass sich der Tod da ins Leben drängt. Nur: In der Pandemie beschäftigt die Thematik nicht nur rund um den Gedenktag. Und das spüren speziell die Bestatter, wie etwa auch in der Bestattung Sterzl in St. Johann. „Wir verzeichnen mehr Vorbereitungssitzungen. Das Thema Tod ist in der Krise im Alltag einfach präsenter, das bringt viele zum Nachdenken“, sagt Bestatter Nico Mösinger, der mit seinen Eltern den Betrieb führt. Vor allem Finanzielles beschäftigt die Pongauer – mit zumindest 2500 Euro schlagen Begräbniskosten zu Buche. „Oft ist es den Leuten ein Anliegen, den Angehörigen das zu ersparen. Es gibt viele Möglichkeiten, von Versicherungen bis hin zu Vorabzahlungen“, so Mösinger.

Ähnliches beobachtet Innungsmeisterin Alexandra Reich-Dertnig, die den 22 Betrieben im Land vorsteht. „Seit dem Sommer informieren sich die Leute vermehrt. Viele wollen wissen, was sich vorab regeln lässt “, so die Halleiner Bestatterin.

In Salzburg-Maxglan ortet man im Traditionsbetrieb Jung kein Phänomen. „Vorsorge ist nichts Neues“, sagt Elisabeth Hager-Jung, die mit ihren Schwestern Barbara und Claudia den Betrieb führt.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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