09.10.2021 08:00 |

Gaißau-Hintersee

Speicherteich-Traum droht endgültig zu platzen

Allen Wirren zum Trotz: Die Gaißauer Bergbahnen halten an ihrem neuen Speicherteich-Standort und der Beschneiung weiter fest. Nur: Die Pläne dürften so nicht umsetzbar sein. „So lange großflächig in geschützten Lebensraum eingegriffen wird, ist es nicht bewilligungsfähig“, sagt Landesumweltanwältin Gishild Schaufler.

Die krisengebeutelte Skischaukel Gaißau-Hintersee bleibt weiter Thema – längst nicht nur im Tennengau. Am Freitag beratschlagte die Arbeitsgruppe Wasserwirtschaft und Naturschutz beim Land über das gut 22 Millionen Euro teure Investitionspaket der Neo-Seilbahner. Mit einem fast schon erwartbaren Ergebnis: Nicht nur der neu präsentierte Standort für den angedachten Speicherteich sorgt für große naturschutzrechtliche Bedenken. Auch die weitläufigen Arbeiten für Beschneiungsleitungen stoßen auf wenig Gegenliebe.

Speziell der Artenschutz bereite Sorgen, sagt Landesumweltanwältin Gishild Schaufler. „Solange großflächig in geschützten Lebensraum eingegriffen wird, ist das Ganze nicht bewilligungsfähig“, sagt die Expertin. Zudem dürfen bedrohte Tierarten nicht durch das Projekt gefährdet werden – Reptilien oder etwa auch Amphibien können nicht einfach umgesiedelt werden.

Skischaukel als Naturschneegebiet?
Welche Tiere und Pflanzen von den Bauprojekten betroffen sind, ist weiterhin unklar. Geschäftsführer Bernhard Eibl hat nach wie vor keine Unterlagen dazu vorgelegt. „Wir sehen das Vorhaben weiterhin sehr kritisch“, so Schaufler. Ihr Vorschlag? Alternativen suchen und die Skischaukel als Naturskigebiet weiterführen. In „Zeiten der Klima - und Biodiversitätskrise“ sei das Vorhaben ein höchst umstrittenes Skigebietsprojekt, mit Südhängen unter 1500 Metern Seehöhe.

Betreiber hält sich weiterhin bedeckt
Geschäftsführer Eibl gibt sich nach dem Treffen bedeckt. Nur so viel lässt er ausrichten: Aus Sicht der Bergbahnen war die Sitzung positiv. Es seien noch ein paar Punkte offen, die nun von den „Projektanten“ weiter ausgearbeitet werden würden. Noch könne man keine detaillierten Infos geben, weil man noch in der Ausarbeitungsphase sei.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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