17.09.2021 14:04 |

So weit kommt keiner

Wey Coffee: Plug-in-Hybrid mit Monsterreichweite

Wenn in Deutschland in einem Jahr die Förderungskriterien für Plug-in-Hybride verschärft werden, gibt es Stand jetzt kaum noch Fahrzeuge, für die eine Prämie gezahlt wird. Denn dafür müssten sie nach WLTP rein elektrisch mindestens 60 Kilometer schaffen. Und jetzt kommt ein chinesischer Autohersteller daher, bei dem man sich über so etwas vor Lachen den Bauch hält: der Wey Coffee 01 kommt 150 Kilometer weit!

Wie sinnvoll das ist, ist wiederum eine andere Frage, denn es handelt sich hier um ein mächtiges SUV mit einer wirklich mächtigen Batterie - mit einer Kapazität von 41,8 Kilowattstunden! Das ist mehr als zum Beispiel beim Honda e, der ein vernünftiges Elektroauto für die Stadt ist.

Aber beeindruckend ist der Wey Coffee 01 allemal. Vom Format (und auch vom Anspruch) her ist er auf dem Niveau eines BMW X5 oder Mercedes GLE, und bei den Stuttgartern dürften sie sich auch in Sachen Innenraumgestaltung inspirieren lassen haben. Alles wirkt elegant und auf eine moderne Art gediegen, die gesteppten Türverkleidungen, die Lautsprecherblenden, das erinnert alles an Mercedes. Nur die Cockpitgestaltung mit der aufragenden schwarzen Wand zeichnet ein anderes Bild. Dafür ist das integrierte 9,2-Zoll-Tachodisplay wiederum eher was fürs Auge.

Technisch gibt er sich aber keine Blöße. Der Coffee nutzt einen superschnellen „Qualcomm Snapdragon 8155“-Chip, das Zentraldisplay misst 14,6 Zoll, das Head-up-Display mit Augmented Reality dürfte serienmäßig angeboten werden. Per Kamera soll der Wagen seinen Fahrer am Gesicht erkennen und daraufhin alle persönlichen Einstellungen vornehmen. Vier Kameras für 360-Grad-Rundumsicht, Multimedia-Paket inklusive Wifi-Hotspot und over the Air Updates, alles Serie. Die Assistenzsysteme sollen auf Top-Level sein, inklusive 3D-Objekterkennung.

Die stattlichen Maße von 4,87 Meter Länge und 2,91 Meter Radstand führen zu reichlich Platz im Innenraum.

Für den Antrieb sorgen insgesamt drei Motoren. Unter der Haube sitzt ein Zweiliter-Vierzylinder mit 150 PS, in die Neungangautomatik integriert ist ein Elektromotor mit 110 kW/150 PS. Dazu kommt ein weiterer Elektromotor mit 135 kW/184 PS an der Hinterachse. Als Systemleistung gibt der Hersteller 350 kW/476 PS an.

Arbeiten alle zusammen, wuchtet sich der 2220 kg schwere Allradler in fünf Sekunden auf Tempo 100, maximal läuft er 235 km/h („sofern gesetzlich zulässig“, heißt es im Datenblatt). Rein elektrisch soll der Sprint in beeindruckenden sieben Sekunden gelingen, das elektrische Höchsttempo ist auf 135 km/h begrenzt.

Ab Ende des Jahres soll der Wey Coffee 01 zu Preisen ab rund 50.000 Euro in Europa bestellbar sein. Wann er auf welchen Märkten eingeführt wird, verrät der Hersteller noch nicht. Fest steht, dass der erste Wey-Shop gerade in München entsteht und neun weitere City-Stores sowie zehn Pop-up-Läden und 60 Service-Stationen folgen sollen. Österreichische Interessenten müssen sich noch gedulden. Eine erste europäische Fertigungsstätte ist im Bau.

Der chinesische Hersteller Wey ist eine Tochter von Great Wall, wurde 1984 gegründet und ist Chinas größter SUV-Hersteller. Great Wall, einst der erste private Autohersteller Chinas, hat große Ziele. Ab 2025 sollen pro Jahr weltweit vier Millionen Fahrzeuge abgesetzt werden, 80 Prozent davon rein batterieelektrische Modelle, Brennstoffzellen-Autos oder Plug-in-Hybride.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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