28.08.2021 05:00 |

Unverträglichkeit

Histaminintoleranz als Verlegenheitsdiagnose

Was steckt dahinter, wenn man einen bestimmten Eiweißstoff in Nahrungsmitteln nicht verträgt? Tipps, wie Sie trotzdem genussvoll und ohne Beschwerden essen können.

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„Die Histaminintoleranz ist mittlerweile die neue Modekrankheit. Viele Diagnosen sind fragwürdig, und Verbotslisten bieten meist keine adäquate Lösung“, erklärt Dr. Claudia Nichterl, Ernährungswissenschafterin und Gründerin der „Akademie für integrative Ernährung“. Schätzungen zufolge leiden ein bis zwei Prozent der europäischen Bevölkerung an dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit, mehrheitlich davon Frauen im mittleren Alter (80 Prozent).

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Die Histaminintoleranz ist mittlerweile die neue Modekrankheit. Viele Diagnosen sind fragwürdig, und Verbotslisten bieten meist keine adäquate Lösung.

Dr. Claudia Nichterl, Ernährungswissenschafterin

Die Symptome sind vielfältig
Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Kreislaufprobleme bis hin zu chronischer Müdigkeit, Hitzewallungen, Juckreiz u. v. m. Die Ursache ist ein Missverhältnis zwischen der Menge Histamin, die über die Nahrung aufgenommen wird, und jener, die vom Körper abgebaut werden kann. Oft erfolgt die Diagnose erst nach einem jahrelangen Leidensweg. Inzwischen gibt es diverse Tests verschiedener Anbieter, von Selbsttests via Internet bis hin zu Genuntersuchungen. Allen gemeinsam ist eine gewisse Fehlerquote, und sie legen nur Augenmerk darauf, was angeblich alles nicht vertragen wird. „Das Ergebnis führt oft zu vielen Verboten, was man nicht essen darf oder soll“, meint die Expertin. „Ein besserer Weg ist, Betroffene so zu behandeln, als wäre eine Histaminintoleranz vorhanden. So lässt sich gut überprüfen, ob man mit der Therapie eine Besserung erzielt. Auf den ersten Blick ein ungewohntes Vorgehen, aber meist zielführender als von einer Untersuchung zur nächsten zu laufen.“

Dr. Nichterl: „Auf stark histaminhaltige Speisen und Getränke wie z. B. lange gereiften Käse und Rotwein weitgehend zu verzichten ist eine wichtige Basis, um den Körper zu entlasten. Das sollte aber nicht in einem generellen Vermeidungsverhalten münden. Denn genau das nimmt einem die Freude an genussvollem Essen. Fokussieren Sie sich auf die Vielfalt der Nahrungsmittel, die zur Verfügung steht, bzw. frisch gekochtes Essen, welches gut tut und Vitamine und Nährstoffe liefert. Damit übernehmen Sie Verantwortung und fühlen sich nicht als ,Opfer‘, das sich in Verzicht üben muss!“

Interview auf krone.tv

Online 30. 8.: "Unverträglichkeiten im Überblick‘‘ - 17.20 Uhr, 19.25 Uhr und am 31. 8. um 7.15 Uhr und um 12.05 Uhr. Fr. Dr. Claudia Nichterl beantwortet im Interview mit Moderatorin Raphaela Scharf Fragen zum Thema. Informationen zum Empfang finden Sie hier.

Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
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