Hitze in Leoben

Arbeiter brach zusammen und verstarb im Spital

Steiermark
25.06.2021 17:51

Die Gewerkschaft ortet auf einer Baustelle im obersteirischen Leoben einen ersten Hitze-Toten 2021: Ein 46-jähriger Arbeiter soll am Mittwoch auf einer Baustelle kollabiert sein. Die Rettung brachte ihn ins Spital, dort starb er. 

Ein Arbeitseinsatz in Leoben endete für einen 46-Jährigen tödlich: Er war auf der Baustelle zusammengebrochen und verstarb dann im Krankenhaus.

Gewerkschaft fordert Hitzefrei-Regelung
Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) erneuert angesichts des Vorfalls ihre Forderung, die Hitzefrei-Regelung am Bau zu nutzen. Ab 32,5 Grad Celsius im Schatten müssten die Arbeiterinnen und Arbeiter frei bekommen, hieß es in der Aussendung.

Schon für Montag und Dienstag werden die nächsten Hitzetage vorhergesagt. „Sogar bei Arbeiten im Büro gilt, dass die Umgebungstemperatur 25 Grad Celsius nicht überschreiten darf, andernfalls muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen. In Produktionshallen, wo die Hitze richtig steht und besonders auf Baustellen in praller Sonne gibt es aber keine Chance auf Arbeit in klimatisierter Umgebung. Auch hier müssen die Arbeitgeber viel mehr auf ihre Leute schauen - das sind sie ihnen schuldig,“ sagte Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz.

Toter war zweifacher Vater aus Polen
Er appelliert an die Arbeitgeber, Pausen zu gewähren, die Arbeiten wo möglich in den Schatten zu verlegen und ausreichend Trinkwasser und Sonnenschutz zur Verfügung zu stellen. Laut dem Gewerkschafter handelte es sich bei dem 46-jährigen Arbeiter um einen zweifachen Vater aus Polen. „Es kann jeden treffen. Kein Auftrag kann so wichtig sein, dass dafür Menschenleben riskiert werden.“

Seitens der Polizei hieß es auf Nachfrage der APA, dass der genannte Fall nicht in ihren Akten vorliegt. Laut Gewerkschaft wurde auch nur die Rettung gerufen, die Polizei war nicht auf der Baustelle. „Das sind aber klare Anzeichen für einen Hitzetod. Nach der telefonischen Information werden wir das Arbeitsinspektorat auch noch schriftlich in Kenntnis setzen, damit die sich die Sache anschauen“, erklärte der Gewerkschafter.

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