29.05.2021 12:00 |

Kalter Mai mit Folgen

Schnee statt Wiesen: Almauftrieb teils verzögert

Um bis zu 3 Grad zu kalt war der Mai auf den heimischen Bergen. Die winterlichen Bedingungen und der mangelnde Graswuchs verzögern den Auftrieb auf vielen der 2070 Tiroler Almen mit rund 180.000 Tieren. Trost für die Bauern: Die Feuchtigkeit hilft, viel schädlicher wäre eine Dürre.

Ende Mai erhoffen sich die Almbauern sprießendes Gras - stattdessen könnte man auf höheren Tiroler Weiden noch mit den Tourenskiern unterwegs sein. „Besonders auf den Bergen gab es im Mai markante Temperaturabweichungen von -2,5 bis -3 Grad“, bilanziert Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer.

Vielerorts noch geschlossene Schneedecke
Die Schneeschmelze lief sehr gebremst. „Diese Kälte ist das Hauptproblem“, schnauft Josef Lanzinger, Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins. Meist nur im Unterland, wo die Almen teils auf nur 1200 Metern liegen, sei der Auftrieb schon möglich. In höheren und schattigeren Regionen sei teilweise noch eine geschlossene Schneedecke vorhanden.

Mehr Feuchtigkeit besser als eine Dürre
Zum Glück hat die heurige Situation auch Vorteile: „Die Feuchtigkeit hilft später beim Wachstum, eine Dürre wäre ein noch größeres Problem“, betont Lanzinger. Und er weist darauf hin, dass es mit der Schmelze „irrsinnig schnell“ gehe, wenn die prognostizierten wärmeren Temperaturen bald Einzug halten.

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Der Sommer weiß, was der Winter braucht.

Josef Lanzinger, Obmann Almwirtschaftsverein

Dass die Kühe nun länger im Tal bleiben müssen, sei kein großes Problem. „Der Heu-Ertrag im Sommer 2020 war sehr gut“, erklärt Lanzinger - und zitiert dazu ein Sprichwort: „Der Sommer weiß, was der Winter braucht.“

Statt im Mai heuer erst im Juni auf die Alm
Wie sieht die Lage vor Ort aus? Bei Michael Prosser von der Hönigkaseralm in der Wildschönau verlegen Schneemassen vorerst den Weg zum Hochleger. Kein großes Problem, doch das Gras fehlt derzeit auch am Niederleger (1370 Meter). Statt am 25. Mai kommen die 76 Kühe, 70 Stück Jungvieh und 30 Kälber erst nächste Woche auf die Alm.

„Dann geht es schnell“
Ähnliches im Oberland: Leo Spiss von der Gogles Alm (2017 Meter) am Venet bei Fließ glaubt, dass der Almauftrieb erst Mitte Juni möglich ist. „Derzeit ist noch alles braun statt grün, jeden zweiten Tag gab es Neuschnee.“ Aber seine langjährige Erfahrung sagt: „Wenn die Nächte wärmer werden, ist der Schnee auf einen Schlag weg.“

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