10.05.2021 05:00 |

Frauen

9 Tipps für sanfte Intimhygiene

Falsche bzw. zu viel Reinigung und Pflege in diesem sensiblen Bereich kann Irritationen oder sogar Krankheiten hervorrufen, warnt ein Gynäkologe. Erfahren Sie, worauf es bei der Intimhygiene wirklich ankommt. 

„Mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 ist das Scheidenmilieu deutlich saurer als die restliche Haut. Auf diese Weise schützt sich die Vagina vor Infektionen, weil dadurch das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien vermindert wird“, erklärt Dr. Johannes Seidel, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe aus Wien. „Verantwortlich für den niedrigen pH-Wert sind Milchsäurebakterien. Diese nützlichen Mikroorganismen bilden in einem gesunden Vaginalbereich den größten Teil der dort ansässigen Bakterien. Daher ist es wichtig, den sauren pH-Wert nicht zu stören“, ergänzt der Experte. Mit folgenden Tipps reinigen Sie Ihre Intimzone optimal:

  • Auf „ihren“ Händen befinden sich mehr Keime als auf „seinen“ - das haben US-amerikanische Wissenschafter festgestellt. Der Grund dafür ist der unterschiedliche Säuregrad der Haut bei Mann und Frau. Das ist nur einer der Gründe, warum Händewaschen vor der Intimpflege so wichtig ist. Es verhindert so die Übertragung von Krankheitserregern.
  • Um sich „untenherum“ sauber zu fühlen, reinigen sich Frauen gerne ausgiebig, manche sogar mehrmals pro Tag. Wer das zu häufig tut, trocknet jedoch die Haut aus, sie beginnt zu jucken und wird anfälliger für Infektionen. Es reicht, sich einmal am Tag mit warmem Wasser zu waschen. Gut zu wissen: Eine gesunde Scheidenflora reguliert sich selbst.
  • Nur die äußeren Geschlechtsorgane mit lauwarmem Wasser säubern. Keine Scheidenspülungen durchführen!
  • Finger weg von Duschgels, Seifen, Intimdeos oder -sprays, denn diese greifen den Säureschutzmantel des Intimbereichs an. Dadurch wird das natürlich saure Scheidenmilieu gestört, unerwünschte Keime siedeln sich leichter an. Enthaltene Parfümstoffe können zudem Allergien auslösen! Frauen, die dennoch ein Produkt verwenden möchten, weil sie sich damit besser gepflegt fühlen, greifen am besten zu einem sanften Waschschaum mit Milchsäure.
  • Nach dem Duschen mit einem weichen Handtuch gut abtrocknen, aber nicht fest „scheuern“. Dafür ist diese heikle Zone zu sensibel.
  • Hand- und Badetücher können zum Tummelplatz für Bakterien und Pilze werden. Daher sollten Sie diese mindestens einmal pro Woche wechseln. Bei sensibler Haut oder einer akuten Infektion sogar täglich!
  • Apropos „Bakterienschleudern“: Wenn es in der Früh schnell gehen muss, reinigen viele Frauen ihren Intimbereich nur mit einem Waschlappen. Wichtig ist, ihn danach gut trocknen zu lassen. Nach zweimaliger Verwendung ab in die Schmutzwäsche damit!
  • Hätten Sie gewusst, dass auch die Wahl der richtigen Unterhose Intimpflege ist? Idealerweise besteht sie aus atmungsaktiver Baumwolle. Luftundurchlässige Kunststoffe verursachen einen Wärmestau, wodurch sich vermehrt Feuchtigkeit im Intimbereich bildet - ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze. Getragene Slips bei 60 Grad waschen.
  • Auch während der Periode ist keine besondere oder häufigere Reinigung nötig. Nicht vergessen sollte „frau“ aber, Tampons und Binden mehrmals täglich zu wechseln, um Keimbildung zu verhindern.
Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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