25.04.2021 05:00 |

Große Gefahr

Krankes Baby - an Keuchhusten denken!

Keuchhusten (Pertussis) stellt für die Jüngsten eine mitunter tödliche Bedrohung dar, die nicht immer einfach zu erkennen ist. Zum Säuglingsschutz werden deshalb die Schwangeren geimpft.

Wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Säugling unter Pertussis leidet, muss ganz schnell gehandelt werden, denn für Babys kann diese Krankheit tödlich enden. Hierzulande sind die Fälle im Steigen begriffen, über 2000 sind es jährlich. „Nur ein Therapiebeginn innerhalb von zwei Wochen nach Auftreten der Symptome vermag den Verlauf bei Keuchhusten positiv zu beeinflussen. Kinder sollen daher bereits ab dem dringenden Pertussis-Verdacht antibiotisch behandelt werden, um weiteren Gewebeschäden vorzubeugen“, betont der Kinder-Lungenfacharzt Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Volker Strenger, Klinische Abteilung für Pädiatrische Pulmonologie und Allergologie, Medizinische Universität Graz. „Pertussis beginnt oft unauffällig mit Schnupfen und Reizhusten (nächtliche Attacken mit zähem Schleim). Fieber muss nicht auftreten. Jugendliche haben zudem häufig Schweißausbrüche. Bei den Kleinsten steht vielfach gar nicht der Husten im Vordergrund, eher Atemnot, Sauerstoffmangel und schließlich auch Lungenentzündung.“ Das macht es so schwer, das Leiden bei ihnen rasch zu erkennen und zeitgerecht einzugreifen.

Das gleiche Problem besteht im Erwachsenenalter. Vor allem ältere Personen, die durch eine lange zurückliegende Impfung nur unzureichenden Schutz aufweisen, zeigen nämlich einen untypischen Verlauf. Unbehandelt besteht hier neben der allgemeinen körperlichen Schwächung vor allem die Gefahr der Weitergabe. Denn: Keuchhusten ist extrem ansteckend und wird von Erkrankten beim Husten, Niesen bzw. über die Atemluft (Tröpfcheninfektion) verbreitet. Eine Ansteckungsgefahr besteht vom ersten „Bellen“ (besonders während der 14 Tage am Beginn hochansteckend!) bis etwa fünf Wochen später. Seit Kurzem wird im Impfplan die Pertussisimpfung in der Schwangerschaft empfohlen. „Diese ermöglicht, die schützenden Antikörper gegen die Erkrankung von der Mutter auf den Fötus zu übertragen, um auch die Kleinsten nach der Geburt und in den ersten Lebensmonaten (noch vor der 6-fach-Impfung) möglichst wirksam zu wappnen“, erklärt Prof. Strenger. „Man gibt sie als Teil des Kombinationsimpfstoffes Tetanus- Diphtherie-Polio-Pertussis idealerweise zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche.“ Grundsätzlich sollten Erwachsene ihren Schutz vor Keuchhusten alle zehn Jahre auffrischen lassen.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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