15.04.2021 20:12 |

Turnier in Atzenbrugg

Schwab nach eisigem Auftakt 20. in Atzenbrugg

Matthias Schwab ist bei Eiseskälte mit einer 71er-Runde (-1) und Platz 20 in die zur European Tour zählenden Austrian Golf Open 2021 in Atzenbrugg gestartet. Österreichs Tour-Profi hatte auf seiner fünfeinhalbstündigen „Kampfrunde“ mit unwirtlichem Wetter und kaltem Wind zu kämpfen. Mit dem Ergebnis lag Schwab nach Runde eins vier Schläge hinter dem solo in Führung liegenden Spanier Alejando Canizares (67). Topstar Martin Kaymer (GER) ist nach einer 68 Zweiter.

Österreichs kurzfristig und corona-bedingt in den Tour-Kalender zurückgekehrte Golf Open empfingen die 144 Profis am Donnerstag mit trockenem aber nach wie vor eiskaltem April-Wetter. Haube und Schlauchschal waren unverzichtbar, einige Spieler behielten wegen der Kälte sogar die Corona-Gesichtsmaske freiwillig auf.

Schwab schlug zwar erst am Nachmittag ab, hatte da aber unter dem teils heftigem Wind zu leiden. Trotzdem sicherte er sich bei dem mit 1 Mio. Euro dotierten Event rasch zwei Schlaggewinne. Eine misslungene 9, auf der sein zweiter Schlag von einem Baum gestoppt wurde, warf den Österreicher aber zurück. Nach einem gelochten 10-Meter-Birdie-Putt auf der 11 und einem postwendenden Schlagverlust auf der 12 tat sich beim 26-jährigen Steirer scoretechnisch nichts mehr. Vielmehr musste er in einer Marathon-„Kampfrunde“ sein Spiel ziemlich ausloten, um das Ergebnis von 1 unter Par zu halten.

„Ich bin trotzdem absolut happy mit der Runde. Der Start war okay, von da weg war es aber ein ziemlicher Kampf mit der Kälte und dem Wind“, berichtete Schwab. „Deshalb bin ich mit dem Score zufrieden. Am Ende habe ich zweimal noch das Par gerettet“, sagte der Steirer.

Die extrem lange Spielzeit ausgerechnet auf jener Anlage, auf der 2018 mit dem Shot Clock Masters das schnelle Golfspiel präsentiert worden war, tat das Ihrige. „Wir waren alle ziemlich langsam. Vor allem am Schluss hast du gemerkt, wie sehr das zehrt. Der kalte Wind entzieht dir enorm viel Energie“, bestätigte ein fröstelnder Schwab, der sich mehr als 70-mal die warme Jacke aus- und wieder anziehen hatte müssen. Der Rohrmooser gestand: „Ich bin ziemlich fertig und hoffe, dass es am Freitag etwas angenehmer wird.“

Seiner Mitfavoritenrolle gerecht wurde Kaymer. Der zweifache Major-Sieger aus Deutschland absolvierte am Vormittag eine starke Startrunde und war mit 4 unter Par geteilter Zweiter einer Vierer-Verfolgergruppe. „Es war nicht einfach zu spielen, weil es immer noch so kalt war“, sagte Kaymer. Er habe sein Spiel aber gut zusammengehalten und selbst die schwierigen Löcher gut beendet. „Die Qualität der Schläge war insgesamt aber sehr gut. Ich habe Fehler vermieden und die Par 5 gut genutzt. Das war der Schlüssel heute“, gab sich Kaymer zufrieden.

Einen Spieler wie Kaymer haben die seit 2010 im Diamond Country Club ausgetragenen Golf Open noch nicht am Start gehabt. Der ehemalige Weltranglisten-Erste ist zweifacher Major-Sieger (2010 PGA Championship, 2014 US Open), hat auf der Europa-Tour elf Turniere gewonnen und mit Europa drei Mal den Ryder Cup gewonnen.

Keinen guten Start erwischte Lukas Nemecz. Der Gewinner der ersten beiden Turniere zum heimischen Audi Circuit steht nach einer 77er-Runde am Freitag schwer unter Druck, will er den Cut noch schaffen.

Die zwei nächstbesten Österreicher waren mit Niklas Regner (31.) und Maximilian Lechner (46.) überraschend Amateure. Regner, wie Landsmann Schwab früher auch ein ausgezeichneter Skirennfahrer und in seiner Jugend dem steirischen Ski-Landeskader angehörig, schaffte trotz Doppelbogeys auf der 8 und 18 eine 72. „Ich habe 16 Löcher sehr gut gespielt. Fehlentscheidungen werden bei diesem Wind bitter bestraft“, sagte der 22-Jährige aus Liezen. „Ich bin positiv, hier weitere drei Runden zu spielen.“

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