Ein Millionen-Betrug ist beim Bau des Semmering-Basistunnels aufgeflogen; die „Krone“ hat über den Fall berichtet. Nun steht auch der Verhandlungsstart fest - ab 12. April wird den mutmaßlichen Tätern am Landesgericht Leoben der Prozess gemacht. Mindestens einer der insgesamt sechs Angeklagten soll sich geständig zeigen.
Den Männern – allesamt Österreicher im Alter von 35 bis 68 Jahren, Steirer ist keiner dabei – wird vorgeworfen, beim Bau des etwa sieben Kilometer langen Tunnelabschnitts Grautschenhof in der Steiermark Baumaterial und Diesel im Wert von rund 1,8 Millionen Euro abgezweigt und unter der Hand verkauft zu haben.
Mindestens ein Geständnis
Einer von ihnen wird vom Wiener Rechtsanwalt Harald Schuster vertreten. Sein Mandant werde sich geständig zeigen – das kündigt er nun gegenüber der „Krone“ an. Die Beweislast soll erdrückend sein.
Geschädigt wurde durch den Betrug das Marti-Tunnelbaukonsortium. Die ARGE hatte den Zuschlag für das Baulos zwischen Mürzzuschlag und Spital am Semmering bekommen.
300.000 Liter Diesel waren plötzlich futsch
Laut der Anklageschrift, die der „Krone“ vorliegt, sollen die Täter mit Scheinrechnungen gearbeitet haben. Einer von ihnen war bei der bauausführenden Firma für die Liefer- und Rechnungskontrolle zuständig – bei ihm sollen die Fäden zusammengelaufen sein.
Die kriminellen Machenschaften blieben lange unentdeckt und fielen erst auf, als im Jahr 2018 rund 300.000 Liter Diesel von der Baustelle verschwanden. Die Verhandlung am Gericht in Leoben ist vorerst für elf Tage anberaumt. Mehr als ein Dutzend Zeugen sollen gehört werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.