24.03.2021 05:00 |

Trotz Krise zum Arzt!

Patienten mit Glaukom drohen zu erblinden

80.000 Österreicher leiden an dieser Augenkrankheit, bei der die Nervenzellen des Sehnervs unwiderruflich geschädigt werden. Ein Großteil der Betroffenen ahnt nicht einmal etwas von der Gefahr, weil „Grüner Star“ lange Zeit keine offensichtlichen Beschwerden macht. Er wird meist erst dann entdeckt, wenn Patienten aus anderen Gründen (z.B. Brillenkontrolle, Entzündung) einen Augenarzt aufsuchen. Daher sind Routine-Checks, auch ohne vorliegende Probleme, so wichtig.

Heimische Experten schlagen jedoch Alarm: Wegen der Corona-Krise verzichten viele Menschen im Moment auf den regelmäßigen Besuch beim Augenarzt! Stellt dieser tatsächlich ein Glaukom fest, muss aber der Augendruck zumindest 4x und das Gesichtsfeld 2x pro Jahr kontrolliert werden! Manchmal ist es auch wichtig, zusätzlich eine Nervenfaseranalyse des Sehnervs durchzuführen. „All diese Untersuchungen sind nötig, damit der Augenarzt erkennen kann, ob die bisherige Therapie ausreicht bzw. eventuell geändert oder verstärkt werden muss. Die Unterbrechung des Kontrollrhythmus aus Angst vor COVID-19 birgt die Gefahr, die Notwendigkeit einer Therapieverstärkung verspätet zu erkennen. Dies ist automatisch mit einer (unnötigen) zusätzlichen Schädigung verbunden“, warnt OA Dr. Anton Hommer, Facharzt für Augenheilkunde aus Wien.

Keine Sorge vor einer Ansteckung mit Corona! Die Sicherheitsvorkehrungen bei den Augenärzten sind - neben Händedesinfektion und Abstandsregeln für alle - umfassend: Patienten, Mitarbeiter und Mediziner tragen FFP2-Masken. Mitarbeiter und Ärzte werden außerdem regelmäßig einem COVID-19-Test unterzogen und die meisten sind bereits geimpft. Bei der Untersuchung an der Spaltlampe kommt der Augenarzt dem Patienten zwar nahe, allerdings haben ja beide eine FFP2-Maske auf und werden zusätzlich durch eine Plexiglasscheibe voneinander abgeschirmt. Der Experte appelliert daher abschließend: „Schäden am Sehnerv, wie sie bei einem Glaukom auftreten, sind irreparabel. Dieser Verlust an Sehvermögen kann nicht mehr repariert werden - Sehbehinderung bis hin zur Erblindung drohen. Nur wenn wir eine Erkrankung rechtzeitig im Rahmen einer Kontrolle feststellen, können wir sie auch behandeln und Folgeschäden begrenzen. Kommen Sie bitte zur augenärztlichen Kontrolluntersuchung!“

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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