23.12.2010 07:46 |

Rückblick in Zitaten

Was Politiker im Jahr 2010 alles von sich gegeben haben

Eine Bundespräsidentenwahl, drei Landtagsurnengänge, eine Budget-Debatte bis kurz vor Weihnachten; dazu Dutzende Streitthemen vom Flüchtlingslager bis zum Missbrauchsskandal in der Kirche. Österreichs Politiker und mit ihnen verbundene Persönlichkeiten hatten im Jahr 2010 Gelegenheiten en masse, sich mit rhetorischen Spitzenleistungen und Niederlagen hervorzutun. Nachfolgend die bemerkenswertesten Zitate des Jahres.

"Die Regierung Faymann-Pröll ist ja die originellste NGO seit Viktor Klima ... Das sind nichtssagende Statisten." - Philosoph Rudolf Burger über das Nicht-Regieren in Rot-Schwarz.

"Ich war im Hotel Mama und dann im Hotel Margit." - und jetzt ist er noch sechs Jahre im Hotel Hofburg, Heinz Fischer bleibt Bundespräsident.

"Ich bin einfach glücklich über die 78 Prozent." ... im Endeffekt machten auch 79 Prozent von rund 54 Prozent ein Staatsoberhaupt. "Die Zeit ist reif - Cas je zrel!" - ... und das will endlich zweisprachige Ortstafeln in Kärnten stehen sehen.

"Ich verurteile daher aus Überzeugung die Verbrechen des Nationalsozialismus und distanziere mich entschieden von der Ideologie des Nationalsozialismus." - zu spät - Barbara Rosenkranz bewundert die Hofburg auch die kommenden sechs Jahre von außen.

"Ich sehe mich als Bürgermeister der Herzen." - Heinz-Christian Strache im Selbsttröstemodus. "Wennst dem Mustafa ane aufbrennst, kriagst a Hasse spendiert." - der HC-Man.

"Ich will Bürgermeisterin werden." - Christine Marek vor der Wien-Wahl wundergläubig. "wien hat gewählt. aber wahlkarten können sie auch heute noch abschicken. ihre christine marek" - Christine Marek leitete nach der Wien-Wahl die Briefwahlreform ein.

"Was könnte Strache Grauslicheres passieren als eine Migrantin als Vizebürgermeisterin." - Maria Vassilakous (Grüne) Wort in Michael Häupls (SPÖ) Ohr. "Koalition ist die Kunst, den Partner mit einem Kaktus zu streicheln." - pieksfein wird Rot-Grün, glaubt man Grünen-Chefin Eva Glawischnig.

"Auch Maden haben ein Recht zu leben." - warum Manfred Deix die Tierrechtler bei der Wien-Wahl unterstützt.

"Die Vergeltung der ÖVP wird fürchterlich sein und sich gegen alles Sozialdemokratische im Land richten" - die steirische SPÖ von Franz Voves munitioniert ihre Funktionäre auf. "Wir sind ja nicht bei der Hamas - alle zwei nicht." - VP-Chef Hermann Schützenhöfer rüstet daraufhin lieber ab.

"Die SPÖ braucht sich gar nichts einbilden, die sind nicht die Sieger." - Hermann Schützenhöfer (ÖVP) trotzte dem steirischen Wahlergebnis - wenigstens für ein paar Stunden.

"Man zählt ja - überspitzt formuliert - mehr Selbstmorde von jungen Grenzsoldaten als Aufgriffe." - Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) hat so seine Zweifel am Assistenzeinsatz.

"Flüchtlinge sich selbst zu überlassen, das ist inhuman." - Einsperren aus Humanität, Erwin Pröll (ÖVP).

"Wenn Eberau im Süden ist, liegt Vorarlberg auch im Süden." - Hans Niessl (SPÖ) blieb burgenländischer Landeshauptmann ohne Flüchtlingserstaufnahmestelle - seiner Geografie sei dank.

"Die schwarze Burka des Schweigens liegt über dem Antlitz Pinkafelds." - ohne Islam war es die FPÖ heuer nicht - im Kampf gegen Asylzentren wo auch immer - Vizeparteichef Norbert Hofer.

"Dass wir ein Flüchtlingszentrum ärger diskutieren als eine Sondermülldeponie, das schmerzt mich auch." - Suchschmerz - Maria Fekter (ÖVP) wurde das ganze Jahr 2010 bei der Herbergssuche für Flüchtlinge nicht fündig.

"Arigona Zogaj muss Österreich verlassen. Wer nicht selbstständig ausreist, wird von der Fremdenpolizei abgeschoben." - bei Arigona Zogaj wusste die Innenministerin, wohin.

"Als Paraguay gegen Italien eins zu null geführt hat, habe ich mir gedacht: Paraguay?! Das ist schon weit weg. Da war ich emotional sofort für Italien." - und mit dem Fremden hat es Fekter so und so nicht so. "Härtegrade werden bereits in 'Fekter' gemessen." - doch ein Image verpflichtet, bleibt Ministerin Maria Fekter hart.

"Es gibt eine Wahlpartei, die zu einer Wahl antritt, und es gibt unterschiedliche Parteien, das heißt ja nicht, dass jede Partei zu einer Wahl antritt. Es gibt eine Wahlpartei, die zu einer Wahl antritt, und die Wahlpartei ist eine Partei, die antreten wird." - alles klar im blau-blauen Fusionsepos? - es erklärte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

"FPK-Pressedienst erfreut über die Zusammenarbeit zwischen FKP und FPÖ im Klagenfurter Gemeinderat." - ohne Worte.

"Ich war schon Oranger, als die Partei noch blau war. Und ich bleibe Oranger, auch wenn wir uns wieder in Richtung Blau bewegen." - die blaue Orange, Gerhard Dörfler, Landeshauptmann von Kärnten.

"Die Hypo-Alpe-Adria ist eine Erfolgsgeschichte." - apropos Kärnten, FPK-Obmann Uwe Scheuch überrascht.

"Ich verdiene weniger als ein Fliesenleger bei der berühmten Nachbarschaftshilfe." - der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler kommt in der "Krone" mit 13.794 Euro Monats-Bruttogehalt auf einen mickrigen Stundenlohn von 16 Euro.

"Ich bin ein absoluter Konsumverweigerer. Mir reichen 10.000 Euro im Monat." - Mirko Kovats, bescheidener A-Tec-Verlierer.

"Ich spüre den Heiligen Geist das ganze Jahr, immer wieder. Ich bin froh darüber." - Raiffeisen-General Christian Konrad in ständiger Begleitung.

"Passende Unterwäsche bekam ich trotz mehrfacher Urgenz überhaupt nicht." - Alfons Mensdorff-Pouilly ging es im britischen Knast ziemlich dreckig - mittlerweile längst wieder auf der Pirsch.

"Ja, ich bin ein Steuersünder."  - Walter Meischberger, aber frei. "Da bin ich jetzt supernackt." - Selbiger wundert sich gegenüber Karl-Heinz Grasser, woher das viele Geld auf seinem Konto stammt.

"Andere gehen joggen oder trinken, wenn sie unter so einem Druck stehen. Ich machte mir Notizen, in denen sich vielleicht Realität und Fiktion vermischen." - Meischberger ist auch Notizbuchautor.

"Theoretisch wäre das wie für Elsner gemacht." - blieb grau die Theorie, Helmut Elsner bekam keine Fußfessel angelegt, auch wenn Justizministerin und Ex-Richterin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) noch so gern darüber philosophierte.

"Andere Menschen haben Krebs und ich hab die Bandion-Ortner." - Morbus Justizministerin, Helmut Elsner leidet.

"Wissen Sie, dass ich mit Ihnen schon verglichen worden bin wegen unserer Frisuren?" - Bandion-Ortner und ihr Double, der TV-Moderator Thomas Gottschalk.

"Das ist eine strohdumme Person." - Elsner leidet noch immer am Bandion-Morbus. "Ich bin hier im Gefängnis jetzt schon Ehrenbürger." - immerhin, noch mal Elsner.

"Man kann nicht erwarten, dass in so einem riesigen Verfahren keine Fehler passieren." - aso? die Justizministerin trotzt der Kritik am BAWAG-Urteil.

"Die FPÖ hatte echte Profis ... Gorbach als Infrastrukturminister; dem weinen sie heute noch nach in Brüssel." - weinen, möglich - Altkanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) beging heuer seinen 65er.

"Über Geld redet man nicht, jedenfalls bei uns in der Privatwirtschaft." - und der nächste Altkanzler - Alfred Gusenbauer (SPÖ), neuerdings Cashman.

"Immer doppelgeschlechtlich." - Der Kandidatenfundus, das Zwitterwesen. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sucht jemanden fürs Agrarressort.

"Es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind." - Pfarrer Josef Maria Wagner bietet obskure Erdbeben-Fakten.

"Es ist eine Schande und es gibt dafür auch keine Entschuldigung, sondern nur die Reue und die Bitte, dass so etwas nicht wieder geschieht." - der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche stellte Erzbischof Christoph Schönborn auf die Probe...

"Wir stehen beschämt und besudelt da." - ... des Kardinals Bekenntnis. "Das ist schon ein Karfreitag, durch den die ganze Kirche geht." - Caritas-Chef Franz Küberl und das Kr gleich kapiert - der Feldkircher Bischof Elmar Fischer und die heilende Wirkung der "ausgerutschten Hand".

"Was er euch sagt, das tut" - Neu-Hirte Ägidius Zsifkovics sagt seinen Schäfchen, wo es in der Diözese Eisenstadt künftig langgeht.

"Außerdem habe ich ganz große Achtung vor ihm, und ich bin wirklich stolz, ihn zu haben." - da tat Alexander Wrabetz noch, was Elmar Oberhauser wollte. "Wir haben ein massives Zerwürfnis." - da nicht mehr - der ORF-General setzte den Info-Direktor vor die Türe.

"Wer spricht bitte?" - "Franz Vranitzky." Rückfrage: "Und was ist Ihr Anliegen?" - ein Alt-Kanzler versucht in der roten Parteizentrale zu Jung-Geschäftsführerin Laura Rudas vorzudringen.

"Es gibt gute Steuern und es gibt böse Steuern." - das Budgetjahr 2011 machte Laura Rudas (SPÖ) zur Steuerexpertin.

"Drei schwarze Elefanten wollen Ortstafeln zertrampeln." - Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zieht die Dickhäuter Pröll, Martinz und Kaltenegger an den Ohren.

"Wenn ich euren Argumenten folge, dann wäre es wohl das Beste, wenn wir die Familienbeihilfe bis 30 auszahlen und mit 45 gleich mit der Hacklerregelung in Pension gehen." - der Weg zum Budgetbeschluss war ein weiter und führte Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) unter anderem durch den burgenländischen ÖVP-Klub.

"Wenn da ein paar Fehler passiert sind, braucht man sich nicht zu genieren, das soll man zugeben und dann soll man es verbessern." - für Kanzler Werner Faymann war nichts "in Stein gemeißelt".

"Alle reden von der Verwaltungsreform, wir leben sie." - schließlich konnte der Finanzminister doch noch budgetreden, und das durchaus humorvoll. "Der Weg aus der Schuldenfalle ist eingeschlagen." - und so führte Josef Pröll Österreich aus dem Finanzloch.

"Ich stehe dazu, wir haben nicht alles bedacht." - die Budgetbeichte - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

"Stalin wäre stolz auf uns!" - dem Landesverband katholischer Elternvereine Wien ist bange vor der "Zwangskollektivierung zur Durchsetzung der Gesamtschule".

"Ich zeige Ihnen gerne das Gymnasium St. Pölten, für das der Bund zuständig ist. Dort herrschen rumänische Zustände." - Bukarester Flair in der gelb-blauen Landesmetropole - Erwin Pröll (ÖVP).

"Die Türken sind glücklich, sie wollen nichts von euch. Sie wollen nur nicht wie ein Virus behandelt werden." - Der türkische Botschafter, Kadri Ecvet Tezcan, und sein Beitrag zur Völkerverständigung. "Ich wollte niemandem das Herz brechen." - wieder der Botschafter.

"Sterben in Wien kann existenzgefährdend sein." - Herbert Eisenstein, Friedhofssprecher der FPÖ-Wien, weise.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.