Neuer Klub nicht fix

Offiziell! Alaba verlässt den FC Bayern im Sommer

Jetzt ist es endgültig fix: Wie David Alaba bekannt gegeben hat, wird er den FC Bayern im kommenden Sommer nach 13 Jahren in München fix verlassen! „Ich habe die Entscheidung getroffen, im Sommer etwas Neues zu machen“, so Alaba bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Dienstagmittag. Ob die ablösefreie Reise nach dem Auslaufen seines Bayern-Vertrags zu Real Madrid hingeht, das weiß allerdings auch der Wiener noch nicht ...

Als Favorit gilt derzeit Real Madrid. Im Rennen sollen sich aber auch der FC Barcelona und Manchester City mit Alabas früherem Bayern-Coach Pep Guardiola befinden. „Die Entscheidung hab‘ ich noch nicht getroffen, wo die Reise hingeht“, sagte Alaba. „Da ist sicherlich noch Zeit.“ Sein Management stehe mit mehreren Vereinen in Kontakt. Die spanische Sportzeitung „Marca“ hatte im Jänner bereits von einer Einigung mit Real berichtet. Diese wollte Alaba bisher nicht bestätigen. Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit den Bayern waren im Herbst unter anderem wegen unterschiedlicher Gehaltsvorstellungen ins Stocken geraten.

Alaba war im Sommer 2008 von der Wiener Austria nach München gewechselt und seither mit Ausnahme eines halbjährigen Leih-Gastspiels 2011 in Hoffenheim durchgehend für die Bayern tätig. „Die 13 Jahre waren unglaublich“, sagte Alaba. Mit den Münchnern holte Alaba bisher 26 Titel, darunter neun deutsche Meisterschaften sowie 2013 und 2020 jeweils die Champions League. Im Sommer gelang Alaba mit den Bayern nicht nur zum zweiten Mal nach 2013 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Mit dem jüngsten Gewinn der Club-WM in Katar schlossen die Münchner die Saison nach dem nationalen und europäischen Supercup sogar mit dem Maximum von sechs Titelgewinnen ab.

Die Entscheidung, die Bayern zu verlassen, sei keine einfache gewesen, berichtete Alaba. „Ich habe mir natürlich Zeit gelassen, weil das nach 13 Jahren keine Entscheidung ist, die man von heute auf morgen treffen kann.“ Dann habe er für sich persönlich aber beschlossen, „etwas Neues zu machen, eine neue Challenge, eine neue Herausforderung zu suchen. Der Schritt ist einfach, nach dieser Saison aus der Komfortzone rauszukommen.“ Der Abschied war nach den gescheiterten Verhandlungen der Bayern mit Alabas Berater Pini Zahavi keine Überraschung mehr. Im November hatte der Verein sein Vertragsangebot nach zahlreichen Treffen öffentlichkeitswirksam zurückgezogen.

Seit 1. Jänner durfte Alaba offiziell mit anderen Klubs verhandeln. Real soll ihn mit einem Fünfjahresvertrag und einem Bruttogehalt von 22 Millionen Euro locken. Finanzielle Aspekte seien für ihn aber weder beim Abgang aus München noch bei der Wahl seines neuen Arbeitgebers ausschlaggebend, betonte Alaba. „Es wurde sehr viel von außen hineininterpretiert. Ich habe vielleicht jetzt noch vier, fünf, sechs oder sieben Jahre, die ich noch Fußball spielen werde. Ich habe versucht, mir darüber Gedanken zu machen, was der nächste Schritt in meiner Karriere ist.“ Er wolle sich jedes Jahr weiterentwickeln, erklärte der 76-fache ÖFB-Internationale - als Spieler und als Person.

Über ein Land oder eine Liga, in der er das künftig tun will, wollte Alaba noch keine Auskunft geben - auch wenn er zuletzt immer wieder auf dem Platz mit Kommandos auf Spanisch zu hören war. Alaba argumentiert das unter anderem mit der noch nicht ganz vorhandenen Sprachkenntnis seines Nebenmannes Lucas Hernandez. „Mein Spanisch ist nicht gut, würde ich sagen. Aber auf dem Platz reicht es.“ Eine Deadline für seine Zukunftsentscheidung habe er sich nicht gesetzt. „Ich werde mir da keinen Stress machen.“

Unter Erfolgscoach Hansi Flick war Alaba bei den Bayern zum Abwehrchef aufgestiegen. Bevor er ins Zentrum rückte, hatte der Allrounder lange Jahre als linker Außenverteidiger überzeugt. Sein früherer Wunsch, öfter im Mittelfeld aufgeboten zu werden, spiele laut Alaba beim Klubwechsel keine Rolle. Mit dem Ex-Salzburger Dayot Upamecano von RB Leipzig haben die Münchner vergangene Woche auch bereits einen neuen Innenverteidiger als Alaba-Nachfolger präsentiert.

Seine Entscheidung, seinen Langzeitklub zu verlassen, habe Alaba laut eigenen Angaben bereits vor einigen Wochen getroffen. Wegen der vielen Spiele sei die öffentliche Kommunikation aber schwierig gewesen. Alle im Klub hätten um seinen Verbleib gekämpft. „Deswegen bin ich den Bayern auch sehr dankbar“, betonte Alaba. „Der Klub FC Bayern hat mich als Person wirklich sehr geprägt. Es ist hier sehr familiär, ich durfte hier eine unglaubliche Karriere genießen.“

HIER der LIVETICKER zum Nachlesen:

Steckbrief von David Alaba

Geburtsdatum: 24. Juni 1992

Geburtsort: Wien

Größe: 1,80 m

Gewicht: 75 kg

Familienstand: Freundin Shalimar, ein Sohn (geboren im Dezember 2019)

Positionen: Innenverteidiger, linker Außenverteidiger, zentrales Mittelfeld

Aktueller Verein: FC Bayern München (Vertragsende 30. Juni 2021)

Marktwert (laut transfermarkt.at): 55 Mio. Euro

Bisherige Vereine: SV Aspern (2001 - 2002), FK Austria Wien (2002 - 2008), FC Bayern München (2008 - Jänner 2011), 1899 Hoffenheim (Jänner 2011 - Juni 2011/leihweise von FC Bayern), FC Bayern (Juni 2011 - Juni 2021)

ÖFB-Nationalteam: 76 Länderspiele (14 Tore)

ÖFB-Nachwuchs-Nationalteams: U21 (5 Spiele/0 Tore), U19 (5/1), U17 (24/4)

Größte Erfolge:
* Champions-League-Sieger 2013, 2020
* Einzug ins Champions-League-Finale 2010 (im Endspiel nicht im Kader) und 2012 (im Endspiel gesperrt)
* Deutscher Meister 2010, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020
* Deutscher Cupsieger 2010, 2013, 2014, 2016, 2019, 2020
* Deutscher Supercup-Sieger 2012, 2016, 2017, 2018, 2020
* Gewinn des europäischen Supercups 2013, 2020
* Gewinn des Club-WM-Titels 2013, 2020
* Qualifikation für EM 2016 und EM 2020 mit dem ÖFB-Nationalteam

Auszeichnungen:
* Österreichs Sportler des Jahres 2013, 2014
* Österreichs Fußballer des Jahres 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2020

Quelle: APA

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Mittwoch, 04. August 2021
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