11.02.2021 07:36 |

Strategiewechsel

TikTok-Verkauf in den USA vorerst vom Tisch

Nach langem politischen Gezerre kann der chinesische TikTok-Betreiber ByteDance aufatmen: Der Verkauf des US-Geschäfts der beliebten Kurzvideo-App an den Softwarekonzern Oracle und den Einzelhandelsriesen Walmart ist - auf unbestimmte Zeit - vom Tisch. Die neue US-Regierung unter Präsident Joe Biden sucht nach anderen Mitteln und Wegen, um mit den mutmaßlichen Sicherheitsrisiken durch chinesische Technologiekonzerne umzugehen.

Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen dem „Wall Street Journal“ am Mittwoch. TikTok, Oracle wie auch Walmart waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bidens republikanischer Vorgänger Donald Trump hatte TikTok als ein Risiko für die nationale Sicherheit bezeichnet und befürchtete, Daten der rund 100 Millionen monatlichen Nutzer in den USA könnten an die chinesische Führung weitergereicht werden. Er forderte den Verkauf oder die Schließung. Das Vorgehen schürte die Spannungen im Handelsstreit mit China, das daraufhin die Verkaufsgespräche mit einem Verbot torpedierte, Software-Algorithmen ohne Erlaubnis ins Ausland zu verkaufen.

„Extremer Wettbewerb“
Nachdem Trump mehrmals vor Gerichten abblitzte und ein schneller Verkauf des US-Geschäfts scheiterte, verlor er im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf schließlich sichtlich das Interesse an dem Thema. Wie es nun mit TikTok in den USA weitergeht, ist ungewiss. Trumps Nachfolger Biden hatte am Mittwoch in einem ersten Telefonat mit Chinas Staatschef Xi Jinping seine „grundlegenden Sorgen über Pekings zwangsweise und unfaire wirtschaftliche Praktiken (...) unterstrichen“.

Wenige Tage zuvor hatte Biden bereits davor gewarnt, dass sich die Rivalität zwischen den USA und China zu einem „extremen Wettbewerb“ entwickeln werde. Einen Konflikt zwischen den beiden Großmächten wolle er jedoch vermeiden, so der US-Präsident am Sonntag in einem Interview des TV-Senders CBS. Chinas Präsident Xi Jinping sei ein „sehr harter“ Gegenspieler. „Er hat - und das meine ich nicht als Kritik, es ist einfach die Realität - keinen Funken Demokratie in sich“, sagte Biden.

Quellen: Agenturen

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