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Breivik-Manifest: Buchhändler rechtfertigen sich

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21.01.2021 07:50

Nach der Aufregung um mehrere Buchhändler, die noch bis vor Kurzem in ihren Online-Shops das Manifest des norwegischen Massenmörders und Rechtsextremisten Anders Behring Breivik zum Verkauf angeboten hatten, melden sich diese nun zu Wort. „Wir schließen grundsätzlich keine Bücher aufgrund ihrer Inhalte, Titel oder persönlichen Meinungen der Autoren aus unserem Sortiment aus“, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Orell Füssli Thalia AG. Es sei denn, sie seien durch Gerichte verboten oder von der Bundesprüfstelle indexiert - was beim Breivik-Manifest bislang nicht der Fall sei.

„Von dem Breivik-Buch wurde auf unserer Plattform kein einziges Exemplar verkauft“, betonte der Thalia-Sprecher zudem. Das Buchsortiment umfasse insgesamt rund elf Millionen Titel. „Wir können diese Bücher nicht alle selber bewerten; das ist grundsätzlich Aufgabe unserer Lieferanten“, hieß es.

Der Schweizer Online-Shop Exlibris betonte, dass man sich an der Rechtsprechung orientiere. „Persönliche oder von Dritten besonders akzentuiert vertretene Meinungen und Präferenzen können nicht die Grundlage für die Aufnahme oder den Ausschluss von Büchern sein“, so eine Sprecherin zum Online-Portal 20Minuten.ch.

Die Bundesprüfstelle in Bonn wies darauf hin, dass sie generell nur auf Initiative antragsberechtigter Stellen tätig werde. „Es gab bisher kein Verfahren zu diesem Buch“, bestätigte der stellvertretende Chef der Prüfstelle, Thomas Salzmann.

Auf der Insel Utöya erschoss Breivik 69 Teilnehmer eines Sommercamps - auch Kinder und Jugendliche. (Bild: AFP)
Auf der Insel Utöya erschoss Breivik 69 Teilnehmer eines Sommercamps - auch Kinder und Jugendliche.

Breivik hatte 2011 bei einem Bombenanschlag in Oslo und einem Amoklauf in einem Jugendlager 77 Menschen getötet, darunter 69 Mitglieder der Jugendorganisation AUF der norwegischen Sozialdemokraten. Breivik wurde zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt - zum Zeitpunkt des Urteils war das die höchstmögliche Strafe in Norwegen. Nur Stunden vor den Terroranschlägen hatte er das Manifest per E-Mail an rund 1000 Adressaten versandt.

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