15.01.2021 12:04 |

Lage „herausfordernd“

Schnee legt Bahnstrecken im Westen teilweise lahm

Insbesondere im Landeswesten herrscht derzeit heftig winterliches Wetter: Immer wieder kommt es zu Lawinenabgängen. Auch in den tieferen Lagen liegen die Niederschlagsmengen laut ZAMG auf Rekordniveau. In Vorarlberg meldete die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle von Donnerstag, 19 Uhr, bis Freitagmittag ganze 105 Einsätze, vor allem wegen umgeknickter Bäume und aufgrund von Unfällen. Die enormen Schneemengen führten auch zu zahlreichen Sperren auf Straßen und Bahnstrecken in den betroffenen Regionen. Auf den Gleisen liegen bis zu 1,30 Meter Schnee!

Wie die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) am Freitag via Twitter mitteilte, seien mittlerweile rekordverdächtige Neuschneemengen gefallen: In Bregenz etwa waren es 40 Zentimeter binnen 24 Stunden. In Feldkirch waren es gar 51 Zentimeter. Am Freitag herrschte auch in weiten Teilen Tirols Lawinenwarnstufe 4, also „große Gefahr“. Ein heftiger Lawinenabgang in Niederthai im Ötztal zeigt, wie angespannt die Lage ist. Die Intensität der Schneefälle nahm im Laufe des Freitags aber langsam ab, bis zum Nachmittag sollten sie laut Wetterexperten überall aufhören.

Unfälle und Flurschäden
Die Schneefälle hielten die Räumdienste und Einsatzkräfte durchgehend auf Trab. Umgeknickte Bäume und abgebrochene Äste wurden von den Straßen geräumt, vereinzelt Dächer abgeschaufelt, etwa in Bludenz eine Tennishalle. In den Gemeinden Höchst, Gaißau und Fußach (alle Bezirk Bregenz) waren am Donnerstagabend 7400 Anschlüsse bis 20.20 Uhr ohne Strom. In Höchst (Bezirk Bludenz) rutschte am Donnerstagabend ein Gelenkbus von der Fahrbahn, in Feldkirch stürzte bei Räumarbeiten ein Traktor ab. Ein Alkolenker und seine beiden Passagierinnen landeten in Lustenau wegen nicht an die Verhältnisse angepasster Fahrweise in einem Graben, der Lenker wurde schwer verletzt.

Behinderungen und Sperren auf Straßen und Zugstrecken
Wegen der winterlichen Verhältnisse riet der ÖAMTC am Freitag, die Rheintalautobahn (A14) wenn möglich zu meiden. Zwischen Hörbranz-Lochau und Bludenz-Montafon kam es in beiden Richtungen erneut zu Verkehrsstörungen. Zahlreiche, vor allem höher gelegene Verbindungen blieben wegen der großen Schneemengen und Lawinengefahr ebenfalls gesperrt.

Sperren gab es zudem im Zugverkehr: Die Arbergbahnstrecke bleibt wegen des Schneetreibens weiter gesperrt. Die Sperre, die Freitagfrüh auf die Strecke von Bludenz bis Ötztal ausgeweitet werden musste, gelte für Freitag und voraussichtlich Samstag, dann erfolge eine neuerliche Lagebeurteilung, informierten die ÖBB. Am Brenner war vorerst die gesamte Strecke bis Innsbruck unterbrochen. Man sei mit allen Kräften im Räumeinsatz, so Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.

Video: Massive Lawine im Tiroler Ötztal abgegangen

Situation „sehr herausfordernd“
Die Situation sei insgesamt „sehr herausfordernd“ für die ÖBB. Im Arlberggebiet komme zur Lawinengefahr die große Schneehöhe hinzu. „Am Gleis liegen rund 1,30 Meter Schnee“, so Gasser-Mair. Man sei daher mit sämtlichem schweren Gerät und allen verfügbaren Mitarbeitern im Einsatz. Der Abschnitt Bludenz - Landeck war bereits am Donnerstag gesperrt worden. Wegen einer von umgeknickten Bäumen verursachten Oberleitungsstörung wurde die Sperre am Freitag bis Ötztal ausgeweitet. Eine weitere Verkehrsunterbrechung gebe es auf der Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Seefeld. Ebenfalls unterbrochen war am Freitag die Strecke von Feldkirch nach Buchs (St. Gallen), damit also die Zugverbindung nach Zürich.

Von Reisen wird abgeraten
Ein Schienenersatzverkehr für den Nah- und Fernverkehr sei auf den betroffenen Abschnitten eingerichtet, allerdings sei auch die Straßensituation derzeit nicht einfach. Man rate daher Reisenden, von derzeit nicht unbedingt notwendigen Reisen in dem Gebiet abzusehen und diese zu verschieben, so Gasser-Mair. Mit winterbedingten Sperren haben die ÖBB zwar reichlich Erfahrung, allerdings sei so viel Schnee in so kurzer Zeit durchaus eine Besonderheit. Wie lange die Sperren anhalten werden, war vorerst nicht abzusehen. Das werde in Absprache mit den ÖBB-Lawinenkommissionen entschieden, zumal für Sonntag weitere Schneefälle angekündigt sind.

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