28.12.2020 06:00 |

Kampf gegen Pandemie

Die Corona-Impfung soll nun die Wende bringen

Der Sonntag war ein historischer Tag. Die erste Corona-Impfung in Österreich bekam die 84-jährige Pensionistin Theresia Hofer, weitere Pflege- oder Altersheimbewohner in fast allen Bundesländern sowie erstes Gesundheitspersonal folgten. Die „Wende im Kampf gegen das Virus“ sei eingeläutet, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (siehe auch Video oben).

Sie erlebte den Zweiten Weltkrieg mit und wie sich Österreich davon erholte. Sie kennt die Diktatur ebenso wie das grenzenlose Europa: Mit 84 Jahren wird Theresia Hofer aus Marchfeld nun selbst zum historischen Ereignis - als erste Österreicherin, die mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer gegen Corona geschützt wird. Sie wolle „ohne Bedenken ihre Kinder, Enkel und Urenkel“ wiedersehen, so die Probandin, bei der nach der Impfung keine Schmerzen an der Einstichstelle oder andere Nebenwirkungen auftraten. 

Eine weitere über-80-jährige Frau und ein 93 Jahre alter Mann folgten, danach der Leiter der Covid-Station im Wiener AKH, Bernhard Rössler. Auch Bernadette Kralik, Pflegedirektorin im Seniorenzentrum Schloss Liechtenstein in Niederösterreich, ließ sich als eine der Ersten in Österreich die erste Teilimpfung verabreichen.

Kurz nach der Impfung hat die „Krone“ mit ihr gesprochen: 

„Krone“: Frau Kralik, wie geht es Ihnen nach der Impfung?
Bernadette Kralik: Danke, mir geht es sehr gut. Habe mir gerade die Einstichstelle angesehen. Sie ist nicht einmal gerötet. Bis jetzt tut mir nichts weh.

Hatten Sie jemals Zweifel?
Nein, ich hatte einen Vortrag von Frau Prof. Wiedermann-Schmidt über die Influenza-Impfung besucht. Später hat sie mich gefragt, ob ich mitmachen will, da ihr mein Interesse an einer Corona-Impfung aufgefallen sei. Ich habe mir etliche Studien durchgelesen und mich über mögliche Nebenwirkungen informiert.

Gab es bei Ihnen Fälle?
27 Bewohner waren positiv.

Risikogruppen und Gesundheitspersonal werden zuerst geimpft
Zuvor waren in der Nacht auf Samstag die ersten 10.000 Dosen des Corona-Impfstoffs nach Österreich geliefert worden, das Bundesheer übernahm dann zum Großteil die Verteilung. Geimpft wurden quer durch alle Bundesländer Mitglieder der Risikogruppe und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Das Präparat von Biontech und Pfizer ist das erste in der EU zugelassene Mittel gegen das Coronavirus.

Die zweite Lieferung werde nächste Woche erwartet, „in der zweiten Jännerwoche wird es flächendeckend so richtig losgehen“, so Gesundheitsminister Anschober. Über die EU sicherte sich Österreich weitere 1,9 Millionen Impfdosen, insgesamt wird die Pharmakooperation vier Millionen liefern.

Die Impfbereitschaft in Österreich ist nach wie vor eher verhalten: Zuletzt lag sie bei einem Drittel. Eine Informationskampagne soll, so die Regierung, die Skepsis nehmen. Für die Verteilung ist ein elektronisches Bestellsystem im Gespräch. Ein solches gibt es in Slowenien: Dort können sich Impfwillige registrieren und werden verständigt, sobald sie an der Reihe sind. Anfang Jänner soll zum Biontech/Pfizer-Impfstoff jener von Moderna kommen, auch mit einer Zulassung des Produktes von AstraZeneca ist bald zu rechnen. Alle drei Impfstoffe versprechen eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent.

Kärnten wartet mit Impfstart
Während in acht Bundesländern die Impfung am Sonntag anlief, wartet man in Kärnten bis zum 5. Jänner: Man wolle an der „symbolischen Erstimpfung nicht teilnehmen“, so Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach indes von einem „historischen Tag“, Gesundheitsminister Anschober (Grüne) von einer „Wende im Kampf gegen die Pandemie“.

Kronen Zeitung/krone.at

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