„Krone“-Überblick

Der Corona-Winter hat Europa fest im Griff

Ausland
18.12.2020 06:00

Dramatisch hohe Zahlen bei den Neuinfektionen, Hospitalisierungen und Todesopfern - aktuell gilt Deutschland als Sorgenkind Europas. Bisher starben mehr als 23.000 Menschen an dem Virus, das sind 26 Tote pro 100.000 Einwohner. Die Auslastung der Intensivbetten liegt mittlerweile auf dem zweithöchsten Stand im EU-Vergleich. Seit Mittwoch befindet sich die Bundesrepublik deshalb bis mindestens 10. Jänner im Voll-Lockdown. Heißt: Einzelhandel, Schulen, die Gastronomie und Kulturbetriebe sind geschlossen, nur zwei Haushalte dürfen sich treffen. In einigen Hotspots gibt es Ausgangssperren.

Lediglich von 24. bis 26. Dezember gilt eine Sonderregelung: Im engsten Familienkreis können Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen (zuzüglich Kindern bis 14 Jahre) stattfinden, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen über 14 Jahre bedeutet.

Menschen in der deutschen Hauptstadt Berlin warten am Donnerstag in einer Schlange vor einem Antigen-Testzentrum. (Bild: AP)
Menschen in der deutschen Hauptstadt Berlin warten am Donnerstag in einer Schlange vor einem Antigen-Testzentrum.

Einen Montag früher als Deutschland wurde Frankreich von der zweiten Corona-Welle getroffen. Momentan liegen 2,2 Millionen akute Infektionen vor, 60.000 Todesfälle gehen auf das Virus zurück. Aktuell herrscht eine Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr. Sie gilt auch zu Silvester – nur der Heilige Abend ist ausgenommen.

680 weitere Todesfälle in Italien
In Italien plant Premierminister Giuseppe Conte bereits neue, verschärfte Corona-Regeln über Weihnachten. So könnte ganz Italien vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner zur roten Zone mit Teil-Lockdowns erklärt werden. Damit würden Geschäfte und Lokale geschlossen bleiben und die Reisefreiheit stark eingeschränkt werden. Am Mittwoch wurden in 24 Stunden 680 Todesopfer und über 17.000 Neuansteckungen gemeldet.

Die Einkaufsstraße Via del Corso in Rom (Bild: AFP)
Die Einkaufsstraße Via del Corso in Rom

Schweizer Ärzte fordern sofortigen Lockdown
Besonders dramatisch ist die Lage in der Schweiz - dort fordern Ärzte den sofortigen Lockdown. Binnen 24 Stunden wurden 5085 Neuinfektionen gemeldet, 5883 Menschen starben bisher an Corona. Zu Weihnachten wird trotzdem gefeiert - zehn Personen inklusive Kindern sind im Privatbereich erlaubt, Restaurants sowie Bars dürfen aber bis 1 Uhr geöffnet bleiben. Am Freitag will der Bundesrat über weitere Verschärfungen diskutieren.

Notstand in Tschechien wird verlängert
Wenig Erfolg zeigte bisher die Corona-Strategie in Tschechien. Dort wurde am Donnerstag die Schwelle von 10.000 Todesopfern überschritten. Nach Lockerungen am 3. Dezember gelten ab Freitag wieder Ausgangsbeschränkungen, der Notstand soll um 30 Tage verlängert werden. Mit ähnlichen Verschlechterungen ist auch die Slowakei konfrontiert. Landesweite Massentests sollten einen Lockdown verhindern – dieser kommt nun doch deutlich früher.

Eine Antigen-Teststraße in der tschechischen Hauptstadt Prag am Mittwoch (Bild: AFP)
Eine Antigen-Teststraße in der tschechischen Hauptstadt Prag am Mittwoch

Weihnachtseinkäufe sind nur noch am Freitag möglich, ab Samstag gilt der Lockdown. Ursprünglich sollten erst ab 21. Dezember alle Geschäfte außer Supermärkte drei Wochen lang schließen.

Kronen Zeitung

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