29.11.2020 06:00 |

Das große Interview

Was war das für ein Tanz, Herr Eberhartinger?

Ein positiver, sechs (!) negative Corona-Tests: Dieses Tohuwabohu katapultierte Moderator Klaus Eberhartinger aus dem „Dancing Stars“-Finale. Mit Conny Bischofberger spricht der 70-Jährige über Runzeln und Botox, Auszeiten in Afrika und den Freitagabend hinter der Kamera, zu Hause auf der Couch.

Corona-Alarm bei den „Dancing Stars“! Eberhartinger sei positiv getestet worden, hieß es am Donnerstag. Das ließ der Moderator nicht auf sich sitzen und legte mehrere negative Tests vor. Vergeblich… Eberhartinger musste das Finale am Freitagabend in seinem Zweitwohnsitz am Traunsee, auf der Couch, verfolgen.

„Krone“: Wie geht’s in der Quarantäne?
Klaus Eberhartinger: Wieso soll ich in Quarantäne sein? Ich habe drei negative Antigentests und drei PCR-Tests, die ebenfalls sagen, dass ich negativ bin. Ich habe auch keine Symptome. Der positive Test muss wohl ein Irrtum des Labors gewesen sein. Das kommt vor. Pech gehabt.

Ganz Österreich wundert sich, dass Sie erst positiv und dann negativ getestet wurden. Was war das für ein Tanz?
Gute Frage. Man hat mir gesagt, dass Labors zum Teil sogenannte Pool-Tests machen, wo mehrere Proben gleichzeitig getestet werden und da kann sowas halt passieren, dass einmal ein falsches Ergebnis rauskommt. An sich sind Antigentests, wenn sie negativ sind, laut konsultierten Ärzten ziemlich aussagekräftig, sogar über 90 Prozent, hat man mir gesagt. Wenn sie aber positiv sind, dann muss man sie mittels PCR-Test verifizieren.

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Ich bin nicht vor Schmerz in mir versunken, dass ich beim Finale nicht dabei sein konnte. Aber ein paar melancholische Wolkerl sind schon vorbeigeflogen.

Klaus Eberhartinger

Sind sechs Tests nicht verrückt?
Nein, ich habe mich ja auch vorher jede Woche testen lassen. Ich war am Samstag noch in einer Wiener Privatklinik bei einem PCR-Test. Die Ärztin sagte mir: Sie sind wieder negativ und nachdem Sie auch nicht krank sind, können Sie nach Hause fahren. Sie sind nicht einmal ein Verdachtsfall.

Haben Sie das Labor, das den positiven Test gemacht hat, zur Rede gestellt?
Nein. Das ist offensichtlich auch vereinzelt schon vorgekommen.

Wollten Sie sich freitesten?
Ich hab’s bis zuletzt probiert. Aber nach den Regeln des ORF durfte ich nicht mehr bei „Dancing Stars“ dabeisein. Obwohl ich nachweislich kerngesund bin.

Haben Sie die ganzen Tests selber bezahlt?
Ja. Die PCR-Tests kosten zwischen 100 und 120 Euro, aber das war es mir wert. Die Schnelltests und zwei PCR-Tests habe ich beim ORF machen lassen. Ich wollte das auch für mich selber abklären, ob ich erkrankt bin.

Wo waren Sie, als das Finale über die Bühne gegangen ist?
In meinem Zweitwohnsitz in Altmünster, mit Blick auf den Traunsee. Es war das erste Mal, dass ich bei einer „Dancing Stars“-Sendung zugeschaut habe. Ich war neun Wochen lang dabei und das aufgrund der Pandemie unter wirklich schwierigen Umständen. Natürlich ist die letzte Sendung die emotionalste. Also da wäre ich schon gerne dabeigewesen. Ich kenne ja die Paare und habe sie von Anfang an begleitet.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer war es?
Ich bin nicht vor Schmerz in mir versunken. Aber ein paar melancholische Wolkerl sind schon vorbeigeflogen. Den Großteil der Sendung war ich aber heiter.

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Der positive Test muss wohl ein Irrtum des Labors gewesen sein. Das kommt leider vor. Pech gehabt.

Klaus Eberhartinger

Können wir uns auf 7 einigen?
Na gut, sagen wir 7.

Hat Norbert Oberhauser Sie als Moderator würdig vertreten?
Ja, er hat es sehr gut gemacht.

Wäre er auch ein würdiger Nachfolger?
Das muss der ORF sagen.

Sie sind 70… Wäre es da nicht Zeit, Platz für die Jüngeren zu machen?
Solange mich der ORF fragt, mache ich das gerne.

Weil Sie biologisch jünger sind?
Ja, vor zwei Jahren wurde mein biologisches Alter mit 36 berechnet. Sicher, beim Blick in den Spiegel zeigen mir die Runzeln, dass der Zahn der Zeit doch an mir genagt hat.

Je Botox ausprobiert?
Ja, vor vielen Jahren. Das war ganz schrecklich. Ich fühle mich auch mit meinen Runzeln jung und tu auch viel dafür. Vitamin D, B12, Kurkuma. Letzteres lass ich mir in Afrika frisch mahlen.

Afrika ist seit vielen Jahrzehnten Ihre zweite Heimat. Möchten Sie dort auch einmal begraben sein?
Ehrlich gesagt ist mir das ganz wurscht. Ich bin auch nicht religiös und habe deshalb, was ein Leben nach dem Tod angeht, meine Zweifel. Deshalb werden meine letzten Worte sein: So jetzt bin ich aber gespannt. - Lacht.

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Mein biologisches Alter wurde mit 36 berechnet. Deshalb: Solange mich der ORF fragt, mache ich das gerne, auch mit 70.

Klaus Eberhartinger

Sie haben einen 35-jährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter. Was geben Sie Ihren Kindern mit?
Die Frage ist nicht, was wir unseren Kindern mitgeben, sondern was sie von uns mitnehmen. Um meinen Sohn muss ich mir keine Sorgen machen. Seine Mutter hat ihn zu einem tollen, selbstständigen Menschen erzogen. Mit meiner Tochter bin ich auch sehr glücklich, sie ist ein Geschenk. Ihre Mutter und ich haben uns nicht gesucht, trotzdem haben wir uns gefunden.

Welche Pläne haben Sie für das Leben nach dem ORF?
Der ORF ist nicht mein Leben. Das war die EAV, mit der ich letztes Jahr auf Abschiedstournee gegangen bin. Ich mache auch nicht nur „Dancing Stars“, sondern sehr viele andere Dinge. Pläne hab ich mehr als genug.

Worum geht’s im Leben?
Ums Träumen. Um Risiken. Darum, immer neugierig und in Bewegung zu bleiben. Wie bei einer Wanderung. Bergauf, bergab, über Stock und Stein. Das ist auch viel schöner als immer nur auf der Autobahn geradeaus zu fahren.

PENDLER ZWISCHEN DEN WELTEN
Zur Person: Geboren am 12. Juni 1950 in Gmunden. Studium der Medizin, Psychologie und Soziologie (bis zur Disseration, aber nicht abgeschlossen). Bekannt wird Eberhartinger als Frontman der EAV („Erste Allgemeine Verunsicherung“), 2019 ging die Band auf Abschiedstournee. 2007 wird er „Dancing Star“, seither moderiert er die ORF-Tanzshow, erst mit Mirjam Weichselbraun, zuletzt mit Kristina Inhof. Eberhartinger hat einen Sohn (Christoph, 35) und eine Tochter (Aliana, 5), mit deren Mutter er zusammenlebt. Die Familie pendelt zwischen Österreich und Kenia.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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