18.11.2020 05:00 |

Welt-COPD-Tag

80 Prozent leiden unter Atemnot

400.000 Menschen sind in Österreich von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen, sie zählen damit auch zur Risikogruppe für Covid-19.

 „Mehr als 50% der Patienten haben belastenden Husten an mehreren Tagen pro Woche. Aber das eigentliche Hauptsymptom ist bei 80% Atemnot! Das muss in der Behandlung wie auch in der Rehabilitation stärker berücksichtigt werden“, betont der Lungenexperte Dr. Ralf Harun Zwick, Ärztlicher Leiter der ambulanten Lungen-Rehabilitation Therme Wien Med, anlässlich des Welt-COPD-Tages am 18. 11.Sind die Symptome bereits ausgeprägt und die Krankheit weit fortgeschritten, ist das Leben von COPD-Betroffenen oftmals stark eingeschränkt. Hilfe kann hier eine Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) bieten. Unter der LTOT (engl.: long term oxygen therapy) versteht man die dauerhafte Gabe von Sauerstoff über mindestens 16 Stunden täglich. Diese wird auch in der Rehabilitation eingesetzt, um die Patienten wieder in den Alltag einzugliedern. „COVID-19 bringt für COPD-Patienten besondere Herausforderungen mit sich. Denn sie zählen zur Risikogruppe. Nach einer schwer verlaufenen Corona-Infektion braucht der Körper gezielte Therapie. Rehabilitationsmaßnahmen können dabei helfen, wieder in die alte Form zu finden“, erklärt Dr. Zwick.

COPD ist eine chronisch-fortschreitende, nicht heilbare Lungenerkrankung. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Weltweit ist diese Lungenkrankheit die vierthäufigste Todesursache. Hauptrisikofaktor stellt der Tabakkonsum dar. „Über 90 Prozent aller COPD-Patienten rauchen oder haben lange Zeit geraucht. Etwa 20 Prozent aller Raucher erkranken an COPD. Auch Passivraucher haben ein höheres Erkrankungsrisiko, erschreckend ist, dass nach wie vor viele Betroffene aktive Raucher sind“, betont Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum in Linz, zusammen. Bei diesem Leiden sind sowohl die Bronchien als auch das Lungengewebe geschädigt. Die Diagnose wird über einen Lungenfunktionstest  gestellt. „Damit es aber überhaupt zur Diagnose kommt, ist es wichtig, Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen“, erklärt Gundula Koblmiller, MSc., Mitglied des Vorstandes der Selbsthilfe Lungenunion. Man muss die Patienten ermutigen, auch in Coronazeiten die Therapie fortzuführen oder zu beginnen sowie als wichtigste therapeutische Maßnahme mit dem Rauchen aufzuhören.

Karin Rohrer, Kronen Zeitung

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