22.10.2020 19:17 |

„maga2020!“

Hacker errät Trumps einfaches Twitter-Passwort

Ein niederländischer Hacker hat sich kurzzeitig vollen Zugriff auf das Twitter-Konto von Donald Trump verschafft. Dabei hatte es der IT-Security-Forscher Victor Gevers gar nicht notwendig, sich über eine Sicherheitslücke in den Präsidenten-Account einzuwählen, denn Trump wählte für das Konto @realDonaldTrump das denkbar einfache Passwort „maga2020!“ - eine Anspielung auf seinen Wahlspruch „Make America Great Again“.

Gevers hatte sich bereits vor vier Jahren Zugang zu Trumps Konto verschafft und wiederholte dieses Kunststück nun, indem er mehrere Passwort-Varianten ausprobierte, um letztlich nach einigen Versuchen das richtige zu erraten. Damals war Trumps Passwort ebenfalls nicht allzu kompliziert, nämlich „yourefired“, der markige Spruch des späteren US-Präsidenten, wenn er in der Reality-Show „The Apprentice“ einen Kandidaten rausschmiss.

Der IT-Sicherheitsforscher probierte laut eigenen Angaben der Reihe nach folgende Passwörter aus:

  • !IWillAmericaGreatAgain!
  • MakeAmericaGreatAgain
  • MakeAmericaGreatAgain!
  • Maga2020
  • Maga2020!
  • maga2020!

Trump verzichtete auf zusätzliche Absicherung
Der Hauptgrund, warum das Konto so leicht zu knacken war, ist allerdings, dass Trump auf die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung verzichtete. Dabei muss beim Login mit einem neuen Gerät ein SMS-Code oder ein anderer Sicherheitscode eingegeben werden, um den Zugriff auf das Konto zu bestätigen. Mittlerweile wurden Trumps Account auf dieses Verfahren umgestellt und das Passwort geändert.

Hacker setzte Tweet als Beweis ab
In der Zwischenzeit meldeten sich bereits zahlreiche Sicherheitsexperten, die Gevers‘ Geschichte für glaubhaft halten. Auch weil der niederländische Hacker als Beweis Screenshots machte und sie an Medien schickte sowie vor einigen Tagen einen Tweet absetzte, der den Anschein erweckte, Trump habe den Artikel eines Satireportals - vergleichbar mit der österreichischen „Tagespresse“ - für echt gehalten. 

Erst vor wenigen Tagen hatte es Trump noch für unwahrscheinlich gehalten, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, als er sagte: „Niemand wird gehackt. Um gehackt zu werden, braucht man jemanden mit einem IQ von 197 und er braucht etwa 15 Prozent deines Passworts.“

Martin Grob
Martin Grob
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 02. Dezember 2020
Wetter Symbol