21.10.2020 09:47 |

Ferienzeit

Urlaub im eigenen Garten: Die besten Tipps & Ideen

Wer in der freien Zeit nicht wegfahren möchte, kann erholsame Ferien auch zu Hause verbringen. Balkon und Garten lassen sich zur passenden Urlaubsoase gestalten.

Der letzte Schultag vor den Ferien ist in Österreich bald geschafft und so steht für viele Familien - mit oder ohne Kinder - nun der Herbsturlaub an. Jedes Jahr erneut entscheiden sich aber zahlreiche Menschen dafür, die freie Zeit nicht für eine (Fern-) Reise zu nutzen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Manche möchten das Geld sparen, andere wollen schlichtweg nicht zur Hauptsaison reisen und entscheiden sich auch viele notgedrungen für diese Variante.

Wer über einen eigenen Garten verfügt, genießt hierbei einen großen Vorteil. Denn das heimische Grün kann mit wenigen Handgriffen und einigen kreativen Ideen für echtes Urlaubsfeeling sorgen, ohne viel Geld zu kosten oder einen großen Aufwand zu erfordern. Es folgen daher die besten Tipps, wie der Urlaub im eigenen Garten gelingt.

Die „Staycation“ liegt im Trend
Zu Hause bleiben, so lautet also vor allem, aber nicht nur, in diesem Jahr für viele Österreicher das Motto. Dieser „Staycation“-Trend zeichnet sich bereits seit einigen Jahren ab. Immer mehr Menschen meiden nämlich die teure, aufwändige und wenig nachhaltige Fernreise.

Sie entscheiden sich entweder für den Urlaub im eigenen Land oder bleiben sogar ganz in der Heimat - oftmals wird auch schlichtweg eine Kombination dieser beiden Urlaubsmodelle gewählt. Schließlich gibt es auch in der eigenen Umgebung Badeseen, Freizeitmöglichkeiten oder eben den Garten, um dort eine gelungene Auszeit vom Alltag zu verbringen.

Wichtig ist in letzterem Fall aber, dass sie trotzdem zur Erholung dient und die Urlauber nicht dem Aktionismus verfallen. Denn viele Menschen lassen sich dann dazu verleiten, ihre „To-Do-Liste“ abzuarbeiten, welche über die Jahre immer länger geworden ist. Das Schlafzimmer streichen, den Keller aufräumen, ein Blumenbeet anlegen, das Gartenhaus renovieren und viele weitere Projekte werden dann während der Ferien in Angriff genommen - oder einfach der Großputz, für den im Frühjahr vielleicht keine Zeit war. Dies verhindert aber, dass echtes Urlaubsfeeling entstehen kann und auch die Erholung von Körper und Geist, die bei einer solchen Auszeit wichtig ist.

Aktionismus ja, aber nur in Maßen
Natürlich ist es erlaubt, auch im Urlaub die einen oder anderen liegengebliebenen Aufgaben zu erledigen - vor allem, wenn dafür im Alltag schlichtweg keine Zeit bleibt. Denn nun können solche Projekte mit frischer Energie und ohne Zeitdruck angegangen werden. Das gilt zum Beispiel für die Gartenarbeit, denn hier gibt die Natur den Takt vor, wann welche Arbeiten anfallen.

Gleichzeitig stellt sie eine hervorragende Möglichkeit dar, um den Garten für die kommende „Staycation“ herzurichten, damit diese anschließend in einer schönen Kulisse und mit einem guten Gewissen, alles Wichtige erledigt zu haben, umso mehr genossen werden kann. Sinnvoll ist daher, nicht nur einen Blick auf die Arbeiten zu Beginn des Sommers zu werfen, sondern den Garten kontinuierlich in Schuss zu halten, um im Herbst schneller zum gemütlichen Teil der Auszeit übergehen zu können.

Denn trotzdem sollte auch ausreichend Zeit zur Erholung eingeplant werden, schließlich dient der Urlaub den meisten Menschen vor allem zur Regeneration, um danach im Job oder bei weiteren Verpflichtungen wieder Bestleistungen erbringen zu können. Wer verreist, findet meist schnell in den „Urlaubsmodus“, sprich das Gefühl, einfach das Leben genießen zu können und keinerlei Pflichten zu haben.

Das Smartphone wird ausgeschaltet, das Hotelzimmer wird regelmäßig gereinigt und das Essen im Restaurant schon fertig serviert. Einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen - so lautet für viele Menschen im Urlaub das Motto und das ist auch gut so. Wer hingegen zu Hause bleibt, hat es schwieriger, in diesen Modus zu kommen und dem sogenannten Hamsterrad zu entfliehen.

Bei der „Staycation“ in den Urlaubsmodus finden
Unmöglich ist es aber nicht, auch bei einem Urlaub in den eigenen vier Wänden beziehungsweise im heimischen Garten ein solches Urlaubsgefühl hervorzurufen. Wichtig ist dafür aber, die freie Zeit bewusst vom Alltag abzugrenzen und diesem zu entfliehen, indem einige Gewohnheiten gezielt verändert werden.

So kann es sinnvoll sein, sich feste Fristen zu setzen, zum Beispiel in den ersten Tagen noch die „To-Do-Liste“ abzuarbeiten, dafür aber in den letzten Tagen die Entspannung und das „Nichtstun“ einzuplanen. Diese Fristen müssen dann natürlich auch strikt eingehalten werden.

Das bedeutet: Wenn der Urlaub im eigenen Garten ansteht, handeln die Urlauber ebenso wie bei einer (Fern-) Reise; sie machen sich rar, schalten vielleicht das Smartphone aus, vermeiden jegliche Termine und gönnen sich auf Wunsch ein Essen aus dem Restaurant, um nicht kochen zu müssen. Diese sind nur einige Beispiele von vielen, die deutlich machen: Urlaub im eigenen Garten sollte genauso aussehen wie jener an einem anderen Ort oder im Ausland auch.

Die Urlaubsgewohnheiten zu Hause pflegen
Neben der fixen Abgrenzung zwischen dem Aktionismus und der Erholung, lautet der zweite Tipp demnach, die eigenen Urlaubsgewohnheiten auch bei der „Staycation“ im eigenen Garten zu pflegen. Dabei kann es sich um altbewährte Verhaltensweisen aus den vergangenen Reisen handeln. Aber es ist ebenfalls möglich, neue Gewohnheiten zu etablieren, die einem bei der Entspannung helfen - und dabei, den Alltag aus dem heimischen Grün fernzuhalten. Mögliche Beispiele für solche Urlaubsgewohnheiten sind:

  • Das private sowie das geschäftliche Smartphone ausschalten und - wenn überhaupt - nur einmal täglich kurz auf wichtige Nachrichten, Anrufe und Neuigkeiten checken.
  • Die Arbeit liegen lassen und auch gedanklich abschalten, also nicht darüber nachsinnieren, nicht darüber sprechen und vor allem keine Tätigkeiten erledigen wie E-Mails zu beantworten.
  • Die Hausarbeit vor dem eigentlichen Urlaub machen und in dieser Zeit einfach liegen lassen. Das kann auch bedeuten, nicht zu kochen, sondern auswärts zu essen, das Frühstück vom Bäcker zu holen oder sich zum Beispiel eine Pizza liefern zu lassen.
  • Zeit mit der Familie und Freunden verbringen, vielleicht bei einem gemeinsamen Barbecue im Garten
  • Schlafen, wann immer einem der Sinn danach steht, sei es morgens, mittags, abends oder auch manchmal durchgehend.
  • Bewusst neue Erlebnisse suchen, um schöne Erinnerungen zu kreieren, ähnlich wie auch im Urlaub abseits von Zuhause. Auch solche Aktivitäten und Ausflüge lassen sich als Urlaubsfotos oder -videos festhalten.

Die Liste könnte noch ewig weitergeführt werden und schlussendlich hat jeder Mensch eigene Urlaubsgewohnheiten, die dabei helfen, die Routine des Alltags zu durchbrechen. So können sich Körper und Geist bestmöglich erholen, um anschließend neue Energie zu haben, wenn die Urlaubszeit vorüber ist.

Manche Menschen suchen bei der „Staycation“ also eher nach Erholung und Ruhe, andere nach möglichst viel Luxus oder Zeit mit ihren Liebsten und wieder andere nach unvergesslichen Abenteuern. Die gute Nachricht lautet: All das lässt sich im eigenen Garten umsetzen.

Entspannungsurlaub im eigenen Garten
Für viele Menschen steht die Entspannung im Urlaub an oberster Stelle. Keinen Stress zu haben, kann sogar der Grund für die Entscheidung sein, die freie Zeit einfach zuhause zu verbringen. Denn so entfallen Organisation, Jetlag und Reisetrubel. Allerdings funktioniert das eben nur, wenn die genannten Tipps auch eingehalten werden und die Zeit tatsächlich für die Erholung genutzt wird.

Der eigene Garten bietet hierfür hervorragende Möglichkeiten: In einer Lounge oder Hängematte oder ähnlich gemütlichen Ecke des Gartens können die herbstlichen Sonnenstrahlen erholsam genossen werden. Dazu ein kühles Getränk und ein gutes Buch - fertig ist für viele Menschen die perfekte „Staycation“. Aber natürlich sind auch Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation möglich oder ein Mittagschaf im Schatten.

Gerade, wer einfach nur relaxen und im wahrsten Sinne des Wortes „nichtstun“ will, ist also an angenehmen Herbsttagen im eigenen Garten gut aufgehoben. Denn dieser ermöglicht zugleich, den Menschenmassen zu entfliehen, die im Urlaub eben doch manchmal für ein Gefühl von Stress sorgen.

Auch im Herbst am Wasser
Für viele Menschen gehört zu einem gelungenen Urlaub das Wasser untrennbar hinzu. Vor allem im Herbst sind Spaziergänge an Stränden oder Seen sehr beliebt. Oftmals gibt es Gelegenheiten in der heimischen Umgebung, einfach mal am Wasser die Seele baumeln zu lassen. Es gibt aber auch Möglichkeiten, um den Urlaub am Wasser nach Hause zu holen, zum Beispiel mit einem Teich oder einem kleinen Bachlauf.

Neues erleben mit Freunden und Familie
Etwas Neues zu erleben, macht den Urlaub nicht nur aufregender, sondern sorgt auch für unvergessliche Erinnerungen. So entsteht nicht das Gefühl, die freie Zeit „verschwendet“ zu haben, wie viele Menschen das beim Urlaub im eigenen Garten befürchten. Tatsächlich ist es möglich, etwas Neues und Aufregendes zu erleben, ohne das Grundstück zu verlassen.

Allerdings braucht es hierfür meist andere Menschen wie die eigene Familie oder die Freunde - ansonsten sind Beschäftigungen wie ein Picknick tatsächlich nicht allzu spannend. Es gilt also, Gleichgesinnte zu finden und gemeinsam kreativ zu werden, wie die Zeit im eigenen Garten spaßig verbracht werden kann. Vom eben erwähnten Picknick über eine Wasserschlacht bis hin zum selbst entworfenen „Escape Room“, oder in diesem Fall eher „Escape Garden“, sind der eigenen Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt.

„Partyurlaub“ mit Nachbarn absprechen
Wer hingegen einen Partyurlaub sucht, riskiert unter Umständen Ärger mit den Nachbarn. Schließlich sind diese selten begeistert, wenn jeden Abend laute Musik aus dem Garten schallt und viele Personen zu Besuch sind. Doch die eine oder andere Feier wird meist akzeptiert, sofern sie vorab angekündigt und mit den Nachbarn besprochen wird. Schließlich gibt es hier ganz offizielle Regelungen, die eingehalten werden sollten.

Wer Glück hat, wohnt sogar abseits genug, hat einen Schrebergarten oder Nachbarn, die selbst im Urlaub sind, und kann somit nach Belieben eine Gartenparty nach der anderen feiern.

Aktiv werden im heimischen Grün
Ein Aktivurlaub im eigenen Garten? Zugegeben: Im klassischen Sinne wie dem Wandern, Mountainbiken oder Wassersport ist das nicht möglich. Trotzdem gibt es viele Optionen, um auf dem eigenen Grundstück sportlich aktiv zu werden und somit die Gesundheit zu fördern.

Dabei kann es sich um ein Workout wie das HIT-Training mit dem eigenen Körpergewicht handeln, aber auch eine Runde Badminton mit der Familie oder einer ausgedehnten Radtour fallen in die Kategorie „Aktivität“. Wer also die „Staycation“ nicht nur mit Entspannen und Grillen verbringen möchte, der kann durchaus sportliche Aktivitäten einbauen.

Die besten Tipps für echte Romantiker
Etwas einfacher lässt sich der Romantikurlaub zu Hause umsetzen. Gerade der Garten bietet hierfür hervorragende Möglichkeiten, denn wo wäre es romantischer als ungestört draußen in der Natur?! Wer will, organisiert also ein Candle-Light-Dinner für den Pärchenabend oder kuschelt gemeinsam in der Hängematte unter den Sternen. Zusätzliche Romantik lässt sich durch Kerzen zaubern oder mit kleinen Geschenken, um einfach „Danke“ oder „Ich liebe dich“ zu sagen.

Es kommt hier somit weniger auf Location als auf das Miteinander an. Wer also im eigenen Garten einen Romantikurlaub verbringen möchte, sollte kreativ werden und den Fokus darauf legen, sich gegenseitig mit allen Sinnen zu verwöhnen.

Wellness, ohne das Grundstück zu verlassen
Die Wellness hängt für viele Menschen ohnehin mit der Natur zusammen, denn die herbstlichen Farben der Wiesen, Bäume und Pflanzen wirkt per se entspannend. Es muss aber nicht immer das Wellness-Hotel auf dem Land sein, sondern auch der eigene Garten kann zur Entspannungsoase werden:

  • Sich gegenseitig zu massieren ist für Paare die perfekte Verbindung mit dem Romantikurlaub. Aber auch ein professioneller Masseur lässt sich manchmal nach Hause bestellen. Alternativ gibt es heutzutage technologischen Ersatz wie einen Massagesessel oder ein Fußmassagegerät.
  • Weitere Möglichkeiten sind entschlackende Fußbäder oder selbstgemachte Gesichtsmasken, sprich viele Kosmetikbehandlungen lassen sich problemlos nach Hause holen.
  • Wer die Möglichkeit hat, kann vielleicht sogar einen eigenen beheizten (Whirl-) Pool installieren oder eine Sauna im Gartenhaus. Das lohnt sich natürlich nicht nur für eine „Staycation“, kann aber langfristig eine sinnvolle Investition sein, um die Wellness nach Hause zu holen und somit mehr Entspannung in den Alltag oder eben den Urlaub zu integrieren.

Auch hier muss schlussendlich jeder selbst entscheiden, was im individuellen Fall möglich sowie erwünscht ist.

„Staycation“ als Familienurlaub nutzen
Wer Kinder hat, kann und sollte den Urlaub im eigenen Garten natürlich intensiv als Familienurlaub nutzen. Ein Garten bietet schließlich unendliche Möglichkeiten für gemeinsame Beschäftigungen.

Hierbei kommen viele verschiedene Spiele infrage, zum Beispiel Klassiker wie Verstecken oder Sportarten wie Fußball. Aber auch das Malen mit Kreide auf den Pflastersteinen, das gemeinsame Grillen oder sogar das Ernten von Gemüse können eine spaßige Beschäftigung für Groß und Klein sein. Schlussendlich kommt es darauf an, wie alt die Kinder sind, woran sie Spaß finden und welche Möglichkeiten der Garten bietet - doch gewiss findet jeder viele spannende Ideen für die Beschäftigung als ganze Familie.

Diese intensive gemeinsame Zeit ohne Ablenkung ist wertvoll und stärkt den Zusammenhalt zwischen den Kindern und ihren Eltern sowie jeweils untereinander. Auch deshalb kann es besser sein, hin und wieder im Urlaub zuhause zu bleiben, anstatt stets eine Reise mit vielen Ablenkungen anzutreten. Schlussendlich kommt es also, wie bei so vielen Dingen im Leben, auf die richtige Mischung an. 

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Montag, 30. November 2020
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