15.10.2020 05:55 |

Wo kann man noch hin?

Coronavirus: Herbstferienzeit zum Daheimbleiben

Nass, kalt, neblig: Im Großteil Österreichs ist der Herbst da - und die Verlockung, dem Grau zu entfliehen, ist groß. Doch wo kann man jetzt noch hinreisen? Ein Länder-Überblick.

Risikogebiete, Reisewarnungen - Rätselraten: Die Herbstferien stehen Ende Oktober vor der Tür, doch Urlaubsplanung gestaltet sich in Zeiten einer Pandemie schwierig. „Die Österreicher sind reisewillig, wollen dem Herbstblues entfliehen“, sagt Sabine Riedl, Fachgruppenobfrau der Reisebüros Niederösterreich, „doch die Verunsicherung ist groß.“ Denn Maßnahmen verändern sich täglich, für viele beliebte Ziele gelten Reisewarnungen, und ein negativer Covid-Test wird fast wertvoller als der Reisepass.

Deutschland verschärft Corona-Maßnahmen
Während Deutschland etwa laut einer Studie im Sommer ein beliebtes Reiseziel der Österreicher war, ist ein Ausflug zu unseren Nachbarn aktuell ein schwieriges Unterfangen. Ab 8. November gilt eine Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Risikogebieten - etwa Tirol, Vorarlberg und Wien. Heißt: zehn Tage Isolation und eine Meldung beim Gesundheitsamt.

Wer die Quarantäne vorzeitig verlassen will, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Test machen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Selbstisolation. Auch innerdeutsche Reisewarnungen gelten, erstmals wurden fast 6700 Neuinfektionen gemeldet. In der Gastronomie wird zudem eine ergänzende Maskenpflicht und eine Sperrstunde eingeführt, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen die Marke von 35 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschreitet.

Niederlande verordnen einen „Teil-Lockdown“
Noch drastischer ist die Situation in den Niederlanden, wo am Dienstag ein „Teil-Lockdown“ verordnet wurde. Cafés und Restaurants werden geschlossen, der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen.

Belgien: 600 Studenten infiziert
Auch in Belgien dürfte aktuell kaum Urlaubsfeeling aufkommen. In Brüssel gilt eine nächtliche Ausgangssperre, in Ottignies-Louvain-la-Neuve gibt es einen riesigen Cluster an einer Uni. 600 Studierende haben sich dort angesteckt. Indes verhängte Belgien für fast ganz Österreich eine Reisewarnung: Wien, Tirol, Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und Salzburg stehen auf der Roten Liste.

Trotz steigender Zahlen: Italien buhlt um Gäste
„Kommt uns besuchen!“, lautet hingegen der Appell von Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi an Touristen. Doch auch in Italien hat sich die Situation wieder verändert: 5901 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden gemeldet, die Maßnahmen werden laufend verschärft. Dennoch gebe es Buchungen, sagt Riedl: „Die Maskenpflicht schreckt die Menschen wenig ab.“ Denn auch bei uns gibt es Corona-Regeln - und „Italien bleibt eben Italien“, sagt die Reiseexpertin.

Partielle Reisewarnungen für Frankreich und Spanien
Schwieriger wird es für alle, die nach Frankreich wollen. Es gelten partielle Reisewarnungen für die Regionen Provence-Alpes-Cote d’Azur und Ile-de-France. In einigen Großstädten hat Frankreich die höchste Corona-Warnstufe verhängt. Cafés und Bars sind dort geschlossen. Ab Samstag gilt in der Hauptstadt und acht weiteren Großstädten eine nächtliche Ausgangssperre. Ähnliches gilt für Spanien, wo vor Reisen nach Festland-Spanien und auf die Balearen gewarnt wird. Keine Reisewarnung gibt es für die Kanarischen Inseln.

Zweite Welle in Osteuropa
Auch in Osteuropa breitet sich die zweite Welle aus: Polen, Tschechien, Russland und die Ukraine melden fast täglich Rekordwerte bei Ansteckungszahlen. Vor allem in Tschechien ist die Situation alarmierend: 8618 Neuinfektionen wurden vermeldet. Für die Reisebranche ist die Lage verheerend: „Wir haben heuer etwa zehn Prozent der normalen Buchungen für die Herbstferien“, sagt Riedl. Sie empfiehlt, dennoch Urlaub zu machen - von Pauschalreisen könne man bei Reisewarnungen kostenlos zurücktreten.

Anna Haselwanter, Kronen Zeitung/krone.at

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