06.10.2020 08:30 |

25 Jahre Next Liberty

„Wir nehmen jedes Stück so ernst wie eine Oper“

Vor 25 Jahren wurde das Next Liberty in Graz aus der Taufe gehoben. Anfangs noch ein wenig das Stiefkind der Bühnen Graz, hat es sich unter Intendant Michael Schilhan und seinem Team zu einem der erfolgreichsten Kinder- und Jugendtheater des deutschsprachigen Raums entwickelt. Am Freitag nun startet man mit Christine Nöstlinger in die neue Saison.

„Verlass dich drauf“ - mit diesem Motto hat Michael Schilhan die neue Saison überschrieben. „Es soll nicht nur der Hinweis sein, dass wir uns auf die neue Corona-Situation bestmöglich vorbereitet haben. Sondern wir wollen dem Publikum damit sagen, dass wir an unserem Qualitätsanspruch auch in schwierigen Zeiten festhalten werden. Wir gehen weiter unseren Weg“, sagt er.

Die Nähe zur Freiheitsstatue
Vor genau 25 Jahren hat dieser Weg begonnen: „Gerhard Brunner, der damalige Intendant der Bühnen Graz, hatte die Idee ein eigenes Kinder- und Jugendtheater zu gründen“, so Michael Schilhan. Next Liberty heißt es, weil es seine Heimat in der Grazer Thalia fand, direkt neben dem monumentalen „Lichtschwert“ von Hartmut Skerbisch, das der New Yorker Freiheitsstatue (auf Englisch: „Lady Liberty“) nachempfunden ist.

„Anfangs waren wir schon ein bisschen ein Stiefkind, es gab sogar Überlegungen, das Haus wieder zu schließen“, erinnert sich Schilhan, der 2001 die künstlerische Leitung übernahm - und damit den Erfolgszug des Hauses einläutete: „Mit all seinen Aufs und Abs blicken wir auf eine gute Entwicklung zurück“, sagt er. 2004 wurde das Next Liberty zu einer eigenständigen Gesellschaft innerhalb der Bühnen Graz, das Foyer wurde umgebaut und Schilhan und sein Team konnten programmatisch eine klare Linie vorgeben: „Wir nehmen jedes Kinderstück genauso ernst wie eine große Oper. Und mir ist jeder Mitarbeiter im Haus gleich wichtig - ob Schauspielerin oder Techniker.“

Zahlen sprechen für sich
Das Resultat dieser Arbeit lässt sich sehen: 1,5 Millionen Besucher konnte das Hasus seit seiner Eröffnung zählen, zuletzt waren es durchschnittlich 70.000 Besucher pro Saison. Man hat Auslastungszahlen, die sich viele Theater wünschen, und Einladungen ins In- und Ausland: „Wenn wir jedes Gastspiel annehmen würden, um das wir angefragt werden, wären wir kaum noch in Graz“, scherzt Schilhan. Für die Zukunft würde er sich einen „kleinen zusätzlichen Raum für Experimentelleres wünschen“.

Besonders stolz ist er darauf, dass mittlerweile drei Theaterpädagoginnen am Haus sind, die „pro Saison gut 3000 Kindern den Weg ins Theater ebnen“. Und auch der inklusive „Skating Amadeus Chor“, in dem Kinder aus allen Kulturen und Religionen miteinander singen, zählt er zu den Erfolgen: „Denn im Theater soll es um mehr gehen, als nur um gute Stücke!“

Aber um diese geht es natürlich auch. Und so startet man am Freitag mit Christine Nöstlingers „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“ in der Regie von Simon Windisch in eine sehenswerte Jubiläumssaison - darauf kann man sich beim Next Liberty verlassen.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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