07.09.2020 08:00 |

Die Perle Dubrovnik

Ein Erlebnis nicht nur für „Game of Throne“-Fans

Kroatiens Perle Dubrovnik lässt sich derzeit entspannt und in Ruhe bewundern. Ein Rundgang auf der alten Stadtmauer und die hier herrschende Atmosphäre ist nicht nur für „Game of Throne“-Fans ein Erlebnis.

Wie gut, dass die Zeiten sich ändern. Denn sonst hätten wir uns schön abschleppen müssen, um den Eintrittspreis in die Altstadt von Dubrovnik bezahlen zu können. Als die ursprünglich aus Holz gebaute Stadt – Dubrava bedeutet Eichenwald – in die heutige Steinfestung umgewandelt wurde, hatte jeder Besucher seinen Wegzoll in Steinen zum Aufbau zu begleichen. So gesehen, können wir uns mit leichtem Gepäck zur Erkundigung aufmachen – und das ganz ohne Drängelei.

Denn während der letzten Jahre musste man sich die kleine Altstadt zumeist mit Tausenden Besuchern gleichzeitig teilen. An manchen Tagen lagen bis zu fünf oder sechs Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Und natürlich tummelte sich ein Großteil der Passagiere auf der Stadtmauer und in den engen Gassen. Zumindest in nächster Zeit sollte man Dubrovnik noch etwas „privater“ besichtigen können.

Verirren ist hier trotz der vielen Gässchen nahezu unmöglich, beträgt die Grundfläche innerhalb der Stadtmauern nur etwa ein Quadratkilometer, und gibt sich doch wie ein einzig großes Museum mit einem Querschnitt durch alle Epochen (Sponza- und Rektorenpalast aus der Gotik und Renaissance, die Kathedrale aus dem Barock usw.).

Ledige Damen: Vorsicht vor den Wasserrinnen
Tritt man durch das Pile Stadttor geht es geradeaus über die Hauptstraße – die Stradun ist ein richtiger Boulevard – Richtung Alter Hafen. Doch beim Flanieren sollten (in vergangenen Tagen) vor allem unverheiratete Frauen die Regenwasserrinnen auf der Straße meiden, wie unsere Reiseleiterin „warnt“. Denn dann, so eine Legende, würden die Damen unverheiratet bleiben – und so nie ihren Korallenschmuck gegen eine Perlenkette eintauschen können. Schmuck aus Perlen war nämlich ausnahmslos den Verheirateten vorbehalten. Aber ganz ehrlich, leuchtend orange Korallen sehen im Sommer sowieso besser aus

An anderen Ecken der Stadt werden andere Geschichten erzählt. Und so kann es schon vorkommen, dass man in den verwinkelten Gassen Reiseführer sagen hört: „Jetzt gehen wir zurück zur Hauptstraße und zu dem Ort, an dem einer eurer absoluten Lieblingscharaktere getötet wurde“ Denn wie auch der letzte Nicht-„Game of Thrones“-Fan mittlerweile weiß, wurden viele Szenen der Serie in Dubrovnik gedreht. Und auch nach deren Ende erfreuen sich Touren auf den Spuren von Jon Snow und Co. immer noch größter Beliebtheit, wie auch die vielen Souvenirshops zeigen. Angesichts der Hitze, die sich im Hochsommer über die Stadt legt, würde man sich fast schon ein wenig freuen, wenn „der Winter naht“.

Der beste Blick über die Dächer von Dubrovnik ist natürlich der von der alles dominierenden Stadtmauer aus. Bis zu 25 Meter hoch und bis zu 6 Meter dick umschließt sie auf einer Länge von knapp zwei Kilometern die Altstadt auch heute noch wie ein Schutzschild. Zwar sind die feindlichen Angriffe Geschichte, aber sie bewahrt deren Bewohner und Besucher zumindest vor dem Autoverkehr. Allerdings ist die letzte richtige Bedrohung doch noch nicht so lange her, wie man möglicherweise glauben möchte. 1991/92 wurde die Stadt während des Jugoslawienkrieges beschossen und arg in Mitleidenschaft gezogen. Glück im Unglück: Da die Altstadt bereits seit 1979 unter UNESCO-Schutz steht, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Schäden rasch wieder zu beheben. Doch an manchen Gebäuden, wie zum Beispiel an den Mauern des Franziskanerklosters, sind die Löcher, die die Granaten hinterlassen haben, absichtlich belassen worden – als Erinnerung und Mahnung. Auch die verschiedenen Farben der Dachziegel zeigen klar, an wie vielen Stellen es Einschläge gab.

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Von oben schweift der Blick über das Meer, Kajakfahrer starten von unterhalb der Stadtmauer aus ihre Entdeckungstouren. In den Hinterhöfen weht die Wäsche zum Trocknen an den Leinen. Die schmalen steilen Gassen abseits der Hauptstraße wirken noch viel ruhiger. Wem die komplette Runde um die Stadt herum zu anstrengend ist, der letzte Teil ab dem Alten Hafen ist der mit den meisten Stufen, verlässt genau dort am besten die Festungsmauer und kehrt in eines der Lokale ein und lässt gemütlich den Stadtbummel ausklingen ...

Elisabeth Salvador, Kronen Zeitung

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