24.07.2020 11:32 |

Infektionen steigen

Anschober: „Maßnahmen wichtig wie am ersten Tag“

„Wir merken beim Studium der Zahlen, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitagvormittag. „Die Maßnahmen sind so wichtig wie am ersten Tag“, redete er der Bevölkerung ins Gewissen. Er kündigte wegen des Anstiegs der positiven Fälle an, dass er künftig wieder wöchentlich über die aktuellen Zahlen informieren werde. Besonders bedenklich sei international, dass auch Modellregionen wie Singapur und Israel immer stärker betroffen sind, so der Minister.

„Diese schwerste Pandemie ist wirklich eine Herausforderung für die Weltwirtschaft“, sagte Anschober. Nach einer Trendwende sei man rund um den Globus wieder mit steigenden Zahlen konfrontiert. „Das war aber von vornherein abzusehen“, erklärte Anschober, dass dies „kein Grund für Alarmismus“ sei. Erwünscht sei nun eine möglichst flache Sinuskurve. Der Gesundheitsminister erinnerte auch daran, dass die Zahlen auch „unglaublich viele Schicksale, die dahinterstehen“, verkörpern würden.

Bislang 833.000 Corona-Tests durchgeführt
Von Donnerstag auf Freitag habe es 115 Neuinfektionen gegeben, zum dritten Mal in dieser Woche war die Zahl dreistellig. Auch in den kommenden Wochen werde ein lineares Wachstum erwartet, erklärte Anschober. „Es gibt so viele Testungen wie noch nie in Österreich“ - diese seien auch ein Teil der Vorbereitungen für den Herbst. Der Minister meinte, man werde weiterhin „genau unter den Teppich schauen, wo neue Fälle auftauchen“. 833.000 Tests wurden bislang durchgeführt. Man pendle sich derzeit bei rund 10.000 Tests täglich ein.

Es seien in 24 Stunden auch 99 Patienten neu genesen, das bedeute einen leichten Anstieg von 16 aktiv Erkrankten. „Das ist nicht viel, aber ein Anstieg“, so Anschober. Die Situation bei den Spitalsaufenthalten nach einer Infektion sei stabil: 103 Patienten befinden sich im Krankenhaus - ein Plus von einer Person. 17 Menschen sind in intensivmedizinischer Behandlung.

„Maßnahmen sind so wichtig wie am ersten Tag“
Ein Grund zur Verzweiflung sei das aber nicht: „Wir haben bereits unglaublich viel gelernt“, erklärte der Gesundheitsminister. Man sei in einer „viel besseren Lage“ als noch im März. „Wir hatten mit unseren Maßnahmen schon einmal Erfolg“, mahnte Anschober, die Vorschriften und Empfehlungen weiterhin zu beachten. „Die Maßnahmen sind so wichtig wie am ersten Tag der Pandemiebekämpfung“, so der grüne Politiker. August und September seien noch die Monate, wo Stabilisierung angestrebt werde - die „große Herausforderung“ folge dann im Herbst.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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