Bakis am Abstellgleis

Erster Doppelsieg für Ilzer - Spannung im Keller

Auf ihrem Weg der kleinen Schritte hat die Austria eine Negativ-Statistik ad acta gelegt. Erstmals seit über einem Jahr halten die Wiener nach einem mühsamen 1:0-Heimsieg über die WSG Tirol wieder bei zwei Erfolgen en suite in der Fußball-Bundesliga. Die Austria entledigte sich damit aller Abstiegssorgen und darf die zweite Hälfte der Qualifikationsgruppe als Führender in Angriff nehmen.

Spannend bleibt die Situation am Tabellenende. Hinter der Austria und Altach hat sich ein Vierkampf um den Klassenverbleib entwickelt. Admira, Wattens, St. Pölten und nun wieder die Admira lauten die Schlusslichter der jüngsten vier Runden. Mattersburg ist aktuell Vorletzter. Nur zwei Zähler trennen die vier Vereine. Am Samstag gehen die Partien mit geändertem Heimrecht in Szene.

Christian Ilzer war nach einem „Kampfspiel“ nur mit dem in der ersten halben Stunde Gesehenen zufrieden. Nach dem frühen Tor von Alexander Grünwald (3.) mühte sich die Austria von Minute zu Minute mehr. Ilzer wollte dennoch betont wissen, dass Fortschritte sichtbar seien. „Wichtig ist, dass wir Ergebnisse bringen“, sagte der Trainer der Wiener. Er führte an, dass die Violetten von den vergangenen 14 Spielen nur eines verloren hätten. Eine Entwicklung sei da: „Von der Leistung her sind es kleine Schritte, die uns nach vorne bringen. Im Detail ist aber etwas zu erkennen.“

Keine Abstiegssorgen
Der Blick auf die Tabelle weist die Austria derzeit einen Zähler vor Altach und schon neun vor dem Letzten Admira aus. Eine Woche zuvor - nach dem 0:2 gegen Altach - waren es fünf Punkte, die die Favoritner von Schlusslicht Wattens trennten. „Das Abstiegsgespenst ist vor einer Woche noch anständig rumgegeistert. Wir haben es geschafft, uns Abstand zu verschaffen“, sagte Ilzer deshalb. Es bleibt die Hoffnung, dass das wiederkehrende Gefühl von Siegen seiner Mannschaft weiterhilft. Der ehemalige WAC-Chefcoach merkte dazu an: „Dass das als Austria-Trainer gelungen ist, war eine der härtesten Geburten meiner Trainerkarriere.“

Yeboahs Rote
Wattens hielt zwar unter der Partie ordentlich dagegen, gab an deren Ende aber kein gutes Bild ab. Kelvin Yeboah sorgte mit einem mit Rot geahndeten Tritt in den Unterleib von Austrias Benedikt Pichler für einen unschönen Schlusspunkt (95.). Der 20-Jährige, der der Austria viele Probleme bereitete, wird Samstag fehlen. Sein Sturmpartner Stefan Maierhofer war enttäuscht und lästerte über den Gegner. „Die Austria ist zu recht unten in der Qualifikationsgruppe, wenn sie sich freuen, dass sie 1:0 gegen uns gewinnen“, sagte der Ex-Teamspieler auf Sky.

Trainer Thomas Silberberger bezeichnete Yeboahs Fehltritt gar als „verständlich“. Die Austrianer hätten den Angreifer „90 Minuten lang gejagt“, meinte der Tiroler. Silberberger war nach der ersten Niederlage gegen die Austria im vierten Saisonduell enttäuscht, strich aber das Positive hervor. „Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen, auch wenn mir lieber wäre, wir spielen einen Dreck und würden gewinnen“, erklärte er. Dies dürfte auch das Motto der drei Rivalen im Kampf gegen den Abstieg sein.

Bakis am Abstellgleis?
So hätte die Admira „big points“ machen können, Morten Hjulmand scheiterte beim 1:1 gegen Altach mit einem späten Elfmeter (84.) aber an Gäste-Keeper Martin Kobras. Ernst Baumeister wollte mit Blick auf die Tabelle aber keine Panik aufkommen lassen. „In ein, zwei Runden kann das wieder anders ausschauen. Ich sehe das nicht so negativ, auch wenn man nicht Letzter sein will“, meinte Admiras Sportdirektor. Den Verzicht auf Sinan Bakis - mit elf Saisontoren Admiras bei weitem bester Torschütze - spielten die Verantwortlichen herunter. „Ich war zuletzt mit seiner Leistung unzufrieden“, so Trainer Zvonimir Soldo. Bakis dürfte auch die Reise nach Vorarlberg nicht mitmachen.

Die Altacher beendeten die dritte Reise in den Osten nach dem Remis in Mattersburg und dem Sieg bei der Austria mit gemischten Gefühlen. Mit dem Punktgewinn mussten sie dank Hjulmands Fehlschuss durchaus zufrieden sein. Trainer Alex Pastoor forderte vergeblich mehr „Leben“ von seiner Mannschaft. „“Wir haben einfach ein Dienstagabend-Spiel gespielt, zu wenig. Aber ich muss auf der anderen Seite auch sagen, wir sind eine Mannschaft, die man schwer schlagen kann", sagte der Niederländer nach Schlusspfiff.

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