Austrias 1:0-Sieg

Durststrecke beendet - „Zauberfußball“ weit weg

Nach dem Ende einer langen Durststrecke darf die Austria vorerst durchatmen. „Zauberfußball“ ortete Trainer Christian Ilzer nach einem 1:0 gegen die Admira zum Restart der Fußball-Bundesliga am Dienstagabend (wohl zurecht) keinen. Der mühsame Heimsieg, der das Prädikat glücklich aus Wiener Sicht verdiente, soll Kraft bringen für anstrengende Wochen. Die Admira trauerte indes einer Überraschung nach.

„Es war extrem wichtig, gut rein zu starten“, umriss Ilzer die Quintessenz des Abend aus violetter Sicht. Die Austria ersparte sich mit dem ersten Ligasieg im Kalenderjahr - dem ersten seit 30. November 2019 und damit fast exakt einem halben Jahr - sogleich Negativschlagzeilen. „Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber es war aber auch kein schlechtes Spiel“, meinte Ilzer. Er sprach dennoch von einer Portion Glück sowie einem überragenden Patrick Pentz im Austria-Gehäuse.

Gegen eine am Ende anstürmende Admira hätten sich viel zu passive Hausherren fast um den Dreier gebracht. Dominik Fitz‘ Treffer in der 67. Minute sahen die Austrianer als Belohnung, nachdem sie lange vergeblich ein Rezept gegen die defensiv stabilen Südstädter gesucht hatten. „Es war schwer durchzukommen, wir haben aber phasenweise ganz gut gespielt“, meinte deshalb Torschütze Fitz.

„Immens wichtig“
Ilzer strich das aus seiner Sicht Positive hervor: „Der Sieg ist so immens wichtig, weil er Selbstvertrauen bringt. Wir haben eine junge Mannschaft, die braucht gegen engmaschige Abwehrreihen ein unglaubliches Vertrauen in sich selbst.“ Dass die Austria nach über zweieinhalb Monaten Corona-Pause weiter kaum Glanz versprüht, bereitete keine Sorgen. „Natürlich wünscht sich jeder, dass alles viel rascher geht und wir Zauberfußball auf den Teppich bringen. Das ist leider nicht der Fall. Deshalb nehmen wir diesen Sieg gerne“, urteilte Ilzer.

In Erinnerung blieb, dass bis auf einen Kopfball von Max Sax nach elf Minuten lange keine wirkliche Torchance bei den Favoritnern zu Buche stand - während die Admira alleine durch Sinan Bakis fast schon vorlegen hätte müssen. Der Stürmer scheiterte im Finish noch einmal an Pentz. Einen Abend zum Vergessen aus Sicht des elffachen Saison-Torschützen rundete eine unnötige Gelbe Karte ab. Bakis wird dem Vorletzten deshalb am Samstag zu Hause gegen Tabellennachbar Mattersburg gesperrt fehlen.

Schösswendter zornig
Zornig schritten einige Admiraner nach Ablauf der sechsminütigen Nachspielzeit vom Feld. Verärgert war auch Christoph Schösswendter. „Wir sind am eigenen Unvermögen vor dem Tor gescheitert. Wenn wir der Austria drei, vier Tore einschenken, können sie sich nicht beschweren“, hielt der Abwehrchef auf Sky fest. Sein Coach blieb abgeklärter. Für Zvonimir Soldo war es im dritten Spiel als Admira-Trainer die erste Niederlage. Der Kroate durfte mit der Leistung seiner Elf zufrieden sein, sah „Wille und Engagement“ und ein Austria-Tor „aus dem Nichts“.

Innerlich dürften Soldo die vergebenen Möglichkeiten geärgert haben. Sein Blick ging dennoch nach vorne. „Wir haben noch neun Spiele. Wenn wir weiter so spielen, dann schaffen wir das“, sagte er mit Blick auf die Tabelle. Dort liegt die Admira nun punktegleich mit Schlusslicht Wattens. Der Dritte St. Pölten ist nur zwei Zähler entfernt. „Es wird spannend bis zum Schluss bleiben“, urteilte Soldo, der einen weiteren Pluspunkt gesehen hatte, den auch Sportchef Felix Magath auf der Tribüne gefreut haben dürfte: „Wir haben gezeigt, dass wir in einem guten körperlichen Zustand sind.“

Für die Austria geht es Samstag im Duell zweier Sieger-Teams des Restarts beim SKN St. Pölten weiter. Es ist Spiel Nummer zwei von insgesamt zehn Runden in den kommenden fünf Wochen. Das Thema Regeneration bleibt von Beginn an ein großes. Sicher habe man gewisse Vorstellungen dafür im Kopf, betonte Ilzer. „Das ist eine spannende Phase für uns alle“, meinte Austrias Coach. Inwiefern Rotation schon jetzt ein Thema sei, wollte Ilzer nicht verraten. Man sei jedenfalls gut vorbereitet.

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