11.05.2020 05:00 |

Falscher Ehrgeiz

Sportverletzungen: Auf die Plätze, fertig, aua ...

Viele Österreicher wollen nach wochenlanger Arbeit im „Quarantäne-Homeoffice“ endlich wieder ausgiebig trainieren und überfordern damit ihren Körper

Den unbequemen Esstischsessel am improvisierten Schreibtisch hinter sich lassen und mit dem Mountainbike stundenlang durch die Wälder radeln oder endlich wieder ausgiebig laufen gehen. Das wünschen sich nun viele. Aber „Halt!“, nur nicht übertreiben, falscher Ehrgeiz hat Platzverbot! Versuchen Sie nicht die Wochen der Bewegungslosigkeit in ein paar Tagen gut zu machen - das funktioniert ohnehin nicht! Wer vorher zum Beispiel drei Kilometer am Stück gelaufen ist, sollte nun vorerst eine kurze Strecke zum Eingewöhnen wählen. Schwierigkeit, Belastung und Geschwindigkeit von Woche zu Woche langsam steigern. Nach längerer Inaktivität ist es jetzt umso wichtiger, sich vor dem Training aufzuwärmen und seine Muskeln zu dehnen - diese sind nun besonders empfindlich. Am Ende der Einheit das „Cool Down“ nicht vergessen! Ebenso auf die richtige Sportausrüstung (etwa Schuhe) achten.

Trotz Vorsicht können Probleme auftreten. Generell gilt: Bei starken Beschwerden ärztlichen Rat einholen, harmlose kann man versuchen, selbst zu lindern. So verschieden Sportverletzungen auch sind, im Notfall benötigen Sie zumeist so rasch wie möglich PECH. Keine Sorge, dabei handelt es sich nicht um das Gegenteil von Glück sondern: PECH steht für Pause, Eis, Compression (Druck) und Hochlagerung. Pausieren schont das verletzte Gewebe, das Kühlen der Körperstelle (z. B. mit Gel-Ice-Packs) lindert bzw. verhindert Schwellung und Ödembildung sowie Schmerzen. Das gleiche Ziel verfolgen die Kompression mit einer Bandage und das Hochlagern.

Eine Muskelfaserzerrung ist das Ergebnis einer Überdehnung bzw. von unkoordinierten Bewegungen der Muskeln, die nicht ausreichend trainiert wurden. Entzündungslindernde Präparate (in Gel- oder Sprayform lokal aufgetragen) lassen die Symptome innerhalb von Tagen abklingen. Bei einem Muskelfaserriss kommt es zu einer Einblutung in das verletzte Muskelbündel. Die Ausdehnung dieses Hämatoms beeinflusst, ob ein Riss innerhalb von zwei Wochen heilt. SOS-Behandlung: Druckverband und Kühlung. Muskelkater ist unangenehm, aber harmlos. Nach der Dusche die betroffene Körperstelle am besten sanft mit natürlichen Ölen oder Sportgel massieren.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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