29.04.2020 21:00 |

Steht Plage bevor?

Gelsen sind heuer schon besonders früh aktiv

Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat das Aufkommen der Stechmücken zwar verlangsamt - durch den frühen, milden Frühlingsbeginn ist heuer aber bereits die zweite Generation unterwegs. Sollte es in den nächsten Monate vermehrt regnen, könnte das zu einer besonders starken Gelsenplage führen. Schon einfache Maßnahmen würden die Belastung jedoch deutlich reduzieren. Bei der Verbreitung des Coronavirus spielen Gelsen übrigens keinerlei Rolle.

Die Trockenheit im bisherigen Jahresverlauf hat unter anderem die Landwirtschaft vor große Probleme gestellt. Aber auch das Vorkommen von Stechmücken wurde dadurch beeinflusst. Laut Gelsen-Spezialist Bernhard Seidel spielt bei der Verbreitung der extrem milde vergangene Winter eine wesentlich geringere Rolle als der Niederschlag. Hätte es also bereits ein Hochwasser oder zumindest starke Regenfälle gegeben, wären jetzt wohl schon sehr viel mehr Gelsen unterwegs.

Zahlreiche Brutmöglichkeiten in Gärten
In diesem Jahr leben die Gelsen in unseren Breiten bereits in ihrer zweiten Generation - und das früher als sonst. Bedeutend in dieser Hinsicht sei vor allem das Wasser in Siedlungsbereichen, etwa Gärten. Jegliche mit Wasser gefüllte Behälter wie Gießkannen, Blumengeschirr und Regentonnen können von den Moskitos leicht als Brutstätten genutzt werden. Mit Hausverstand lasse sich aber leicht gegensteuern und die Gelsenmenge einfach reduzieren. Der Experte rät zu einer genauen Inspektion solcher Behältnisse und zum gründlichen Säubern des Bodensatzes.

Regen könnte Gelsenvorkommen verschlimmern
Bis zu 300 Eier kann ein einziges Weibchen nach einer Blutmahlzeit legen. Angesichts der für die nächste Zeit häufiger angesagten Niederschläge könne nun eine weitere neue Generation entstehen. Im vergangenen Jahr etwa war der Mai sehr, sehr feucht, wodurch es im Raum Wien damals sehr viele Stechmücken gab. Den Höhepunkt der letzten zehn Jahre sieht der Ökologe aber 2013 nach dem Jahrhundert-Hochwasser. Wichtig seien nicht nur die Hinweise auf das Stechmücken-Auftreten an sich, sondern auch der mechanische Schutz mittels Kleidung sowie das Vermeiden des Tragens von Sandalen, kurzen Röcken und Hosen. 

Gelsen als Krankheitsüberträger
Eine mögliche Übertragung des Coronavirus schließt Seidel aus. Die Insekten seien aber dennoch nicht ungefährlich - so haben diese vereinzelt auch schon in unseren Breiten etwa das West-Nil-Virus oder auch das Usutu-Virus übertragen. Dabei sei das Szenario dem einer Coronavirus-Infektion nicht unähnlich. Wie bei dieser sei dieselbe Risikogruppe besonders betroffen und es gebe keine Impfung dagegen. Außerdem verlaufe ein Großteil der Infektionen asymptomatisch, „heißt: bleiben verborgen“, so Seidel.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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