09.04.2020 12:35 |

Mehrere Waldbrände

Um die Hälfte weniger Regen seit Jahresbeginn

Waldbrände und anhaltende Trockenheit lassen es bereits vermuten, jetzt bestätigt es auch eine Erhebung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): Im Süden und Osten Österreichs ist seit Jahresbeginn in vielen Regionen weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge gemessen worden. An der Wetterstation Graz-Universität etwa war es in den vergangenen 120 Jahren nur zweimal ähnlich trocken.

Die österreichweite Auswertung weist seit Jahresbeginn rund 30 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt aus. „Besonders trocken war es im Süden und Osten Österreichs - von Osttirol über Kärnten und weite Teile der Steiermark bis in die Region Burgenland, Wien, Weinviertel“, erläuterte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik, „hier fehlen größtenteils 50 bis 80 Prozent einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge für den Zeitraum Jänner bis Anfang April. Im Westen Österreichs ist es derzeit zum Teil um 20 bis 40 Prozent zu trocken.“

Bei der Universität Graz kamen von 1. Jänner bis 8. April nur 30 Millimeter Niederschlag zusammen. In einem durchschnittlichen Jahr sind es 101 Millimeter. Ähnlich trocken war es in der steirischen Landeshauptstadt im Zeitraum von 1. Jänner bis 8. April nur in den Jahren 2019 und 1949 mit jeweils 38 Millimeter Niederschlag. Auch die Zahlen für Wien und Lienz zeigen die ungewöhnliche Trockenheit. An beiden Orten war der Zeitraum ab Jahresbeginn einer der 15 trockensten der vergangenen 120 Jahre.

Erhöhte Gefahr von Waldbränden
Die aktuelle Gefahr von Wald- und Flurbränden betrifft den Großteil Österreichs. Dafür ist nicht nur der wenige Niederschlag der vergangenen Wochen verantwortlich: Zusätzlich sorgten das oft warme und windige Wetter seit Jahresbeginn für eine starke Verdunstung und somit ein Austrocknen der Böden.

Derzeit sind laut ZAMG bis weit in die nächste Woche hinein keine flächendeckend größeren Regenmengen in Sicht. Es gibt höchstens vereinzelte Schauer, die am Montag und in der Nacht auf Dienstag vorübergehend häufiger werden können, besonders im Bergland.

Bauern warten auf Regen, noch kein gravierender Schaden
Die herrschende Trockenheit bringt die heimische Landwirtschaft unter Druck. Bei der Österreichischen Hagelversicherung - dem heimischen Agrar-Spezialversicherer - haben viele Bauern ihre Ernte gegen Schäden versichert. Bei der Versicherung ist man derzeit noch nicht alarmiert wegen der aktuellen Trockenheit. „Gegenwärtig müssen wir mal abwarten, wie sich der weitere Verlauf entwickelt. Derzeit gehen wir von keinen gravierenden Schäden durch die Trockenheit aus“, sagte Hagelversicherungssprecher Mario Winkler zur APA.

Nach trockenheitsbedingt niedrigen Getreideernten 2017 und 2018 fiel die Ernte 2019 deutlich besser aus. „Die jetzige Situation ist vergleichbar mit jener im April 2019. Auch damals war es um diese Zeit sehr trocken“, so der Hagelversicherungssprecher. Der Mai 2019 war dann „wieder sehr kühl und feucht“ und habe „im Wesentlichen die Ernte ,gerettet‘“.

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