22.03.2020 11:49 |

Minister stellt klar:

„Beeilen Sie sich, wenn Sie nach Hause wollen!“

Deutliche Worte hat Außenminister Alexander Schallenberg am Sonntag an österreichische Urlauber gerichtet, die sich noch im Ausland befinden. Manche würden „den Ernst der Lage nicht begreifen“, so Schallenberg, dessen Ressort derzeit „die größte Rückholaktion der Geschichte dieser Republik“ durchführt: „Das Außenministerium ist kein Reisebüro. Zu sagen, Sie wollen noch eine Trekkingtour machen oder ein paar Tage am Strand verbringen - das kann es nicht sein.“ Der Minister betonte, dass es nicht ewig Rückholflüge geben werde: „Beeilen Sie sich, wenn Sie nach Hause wollen!“

3500 Österreicher wurden seit Montag in die Heimat zurückgeholt, berichtete Schallenberg. Das Außenministerium arbeite mit Hochdruck an der Rückholaktion, die Mitarbeiter würden teilweise Übermenschliches leisten. Täglich tage ein Krisenstab mit Reiseveranstaltern und Airlines. Gemeinsam mit der Austrian Airlines habe man jetzt ein neues Servicetool eingerichtet, so Schallenberg. Unter https://heimflug.austrian.com/ können sich Österreicherinnen und Österreicher, die sich noch im Ausland befinden, für Notflüge anmelden: Sobald eine neue Destination für einen Rückholflug feststeht, werden die Personen dann per SMS und E-Mail informiert.

„Rückholflüge wird es auch nicht ewig geben“
Der Außenminister appellierte eindringlich an Österreicher im Ausland: „Beeilen Sie sich, wenn Sie nach Hause wollen. Rückholflüge wird es auch nicht ewig geben.“ Viele hätten noch nicht verstanden, dass es sich dabei um eine „Notoperation in einer globalen Notlage“ handelt, so Schallenberg: „Und nein, es gibt keine späteren Flüge, weil Sie noch eine Trekkingtour machen, oder ein paar Tage am Strand verbringen wollen.“

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Nein, es gibt keine späteren Flüge, weil Sie noch eine Trekkingtour machen wollen!

Außenminister Alexander Schallenberg an österreichische Urlauber

Die neue Online-Plattform diene auch dazu, die Service-Hotline des Außenministeriums, bei der 240 Mitarbeiter in Schichten rund um die Uhr im Einsatz sind, zu entlasten. Schallenberg sagte, es sei bei der Rückholung „höchste Eile geboten“: „Jeden Tag werden Grenzen dicht gemacht, stellen Fluglinien ihren Betrieb ein. Tunesien hat beispielsweise angekündigt, den Luftraum zu sperren. Ab diesem Zeitpunkt wäre es uns unmöglich, jemanden von dort zu holen.“

„Luftbrücke nach Österreich erhalten“
Austrian Airlines-CEO Alexis von Hoensbroech sagte dazu, die AUA führe aktuell nur noch die besagten Notfallflüge sowie Frachtflüge durch: „Am Donnerstag hat der letzte reguläre Linienflug in Schwechat aufgesetzt.“ Dennoch werde man selbstverständlich „die Luftbrücke nach Österreich erhalten, um Österreicher zu ihren Familien zurückzubringen und die Versorgung mit Waren sicherstellen“. 

Schallenberg dankte der AUA, aber auch Laudamotion und Level, die als Partner des Außenministeriums die Rückholaktion unterstützen. Alexis von Hoensbroech betonte, die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, man habe „in Windeseile“ einen Prozess in Gang gesetzt, um alles zu organiseren. Der AUA-Chef dankte zudem seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Bereitschaft, auch der Crews, die Notflüge durchzuführen, sei unglaublich groß. Aktuell befindet sich eine Boeing-777 aus Kapstadt auf dem Weg nach Wien, die Frachtmaschinen mit 130 Tonnen Schutzausrüstung werden am Montagnachmittag in Wien erwartet.

Michaela Braune
Michaela Braune
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