15.03.2020 16:30 |

Kämpfen ums Überleben

Corona-Krise: Ersten Fluglinien geht das Geld aus

Die Fluglinien leiden wegen der Absage von Kongressen, Urlaubsreisen und der Schließung von Grenzen ganz besonders unter der Coronavirus-Krise. Die ersten Airlines kämpfen bereits ums Überleben. Wie etwa die ohnehin angeschlagene Alitalia, die seit langem auf der Suche nach einem Investor ist, und der Berichten zufolge in Kürze das Geld auszugehen droht.

Trotz eines 400-Millionen-Euro-Zuschusses des italienischen Staates am Anfang des Jahres stehe die Fluglinie vor der Zahlungsunfähigkeit, sagte ein mit den Zahlen Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Rom sei bereit zu einer Übernahme des Unternehmens. Laut „Il Messaggero“ sind die Pläne dafür weit fortgeschritten. Sowohl der Flugbetrieb als auch die Bodendienste sollten verstaatlicht werden.

Regierungen wollen Fluglinien stützen
Die Niederlande signalisierten, sie würden ihrer mit der Air France verbundenen KLM „alles Nötige“ zur Verfügung stellen. Am Samstag noch hatte Frankreichs Finanzministerium Pläne für eine Kapitalhilfe für „AirFrance KLM“ bestritten. Auch die AUA-Mutter Lufthansa zieht staatliche Hilfen in Betracht.

Der Koordinator der deutschen Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, sagte dem „Handelsblatt“, er werde sich am Montag von Branchenvertretern im Wirtschaftsministerium über die Einschätzung der Lage informieren lassen. „Dabei werden wir natürlich mögliche Liquiditätshilfen und die Ausgestaltung des Kurzarbeitergeldes für die Branche diskutieren.“ Zu Forderungen nach einer Befreiung von Luftverkehrssteuer sagte er: „Natürlich sollte auch keine Steuer gezahlt werden müssen, wenn niemand fliegt.“ Steuern könnten gestundet und Vorauszahlungen angepasst werden.

KLM will 2000 Stellen streichen
Die AirFrance-Tochter KLM hatte bereits angekündigt, 2000 der 35.000 Stellen zu streichen. Die Lufthansa will wegen der Coronakrise keine Dividende zahlen. Vorstandschef Carsten Spohr hatte in einer Video-Botschaft an die Mitarbeiter zudem signalisiert, bei einer weiteren Verschärfung der Krise staatlichen Hilfen in Betracht zu ziehen.

Der niederländische Finanzminister Wobke Hoekstra sagte, das Land werde „alles Nötige“ zur Verfügung stellen, um den Betrieb der Fluglinie KLM zu sichern, wollte aber keine Details nennen. Er betonte aber, KLM sei „lebenswichtig für die niederländische Wirtschaft“. Er sei zudem mit der französischen Regierung bezüglich der Muttergesellschaft Air France in engem Kontakt.

Airlines lassen Teile ihrer Flotten am Boden
Weltweit lassen die Fluglinien einen wachsenden Teil ihrer Flotten am Boden. American Airlines als eine der größten Fluggesellschaften der USA kündigte etwa an, man wolle bis 6. Mai Dreiviertel aller internationalen Flüge streichen und damit praktisch die gesamte Flotte an Großraumflugzeugen außer Betrieb zu stellen.

AUA und Lauda reduzieren Flugbetrieb
Auch die zwei größten Airlines am Flughafen Wien, die Lufthansa-Tochter AUA sowie die Ryanair-Tochter Laudamotion, fahren ihre Flugbetriebe immer weiter herunter. Lauda strich den Flugplan für März fast zu Gänze. Die AUA kündigte am Sonntag an, nächste Woche weiter zu reduzieren.

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