07.03.2020 05:02 |

Arzneipflanzen

Hilfe bei Erkrankung der Atemwege von Kindern

Leidet der Nachwuchs an Husten oder anderen Symptomen einer Erkältungskrankheit, greifen Eltern gerne zu pflanzlichen Arzneien. Kinderarzt Prim. DDr. Voitl informiert über Möglichkeiten der Phytotherapie.

Husten stellt eine Schutzreaktion des Körpers und Symptom für eine Krankheit (meist harmlose Erkältung) dar. Zur Linderung erfreuen sich Phytopharmaka und Arzneitees großer Beliebtheit, auch für Kinder. Denn gerade zur Wirksamkeit von Medikamenten für die jungen Patienten ist die Datenlage sehr dünn. „Wir haben bei Kleinkindern für 80 Prozent aller Therapien keine Studien“, berichtet Kinderarzt Prim. Prof. DDr. Peter Voitl, Wiener Kindergesundheitszentrum Donaustadt. So gebe es für unter 3-Jährige keinen einzigen zugelassenen Hustensaft mit einem Wirkbeweis, wie der Experte erklärt.

Zwar sind auch für den Einsatz von Phytopharmaka und Arzneitees bei den Jüngsten noch nicht sehr viele dokumentierte Studien vorhanden, die hilfreichen Eigenschaften von Efeu und Thymian werden jedoch in Arzneibüchern traditionell überliefert. Bei der Kapland-Pelargonie gibt es durchaus eine entsprechende Datenlage. Auch mit Isländisch Moos hat Prof. Voitl gute Erfahrungen gemacht. „Natürlich kann man das empfehlen, auch die Hustentees der Apotheker sind sinnvoll. Spitzwegerich und alle Klassiker kommen dabei vor“, so der Experte. Er rät jedoch zur Beratung in der Apotheke und vor allem bei Babys und Kleinkindern nur eingeschränkt zur Selbstmedikation. Vorsicht bei ätherischen Ölen (kann zu Reizungen führen). Bei Fieber, Schmerzen, Atemnot, anhaltendem Husten unbedingt zum Arzt.

Spitzwegerich
Bei Schleimhautreizungen in Mund und Rachen, trockenem Reizhusten. Studien zeigten, dass sich Intensität und Frequenz des Hustens nach zehn Tagen besserten. Auch Brustschmerzen nahmen ab. Darreichung als Teemischung, Hustensaft, Frischpflanzenpresssaft.

Isländisch Moos
Als flüssige Zubereitungen oder Pastillen bei Schleimhautreizungen in Mund und Rachen sowie damit verbundenem Reizhusten. Die Flechte weist auch immunstimulierende Eigenschaften auf. Zudem wirken die enthaltenen Säuren nachweislich antibakteriell. Verwendung als Fertigarzneimittel, Teebereitung oder Extrakt.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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