21.02.2020 06:40 |

„Krone“-Kommentar

Enge Bande in der Jugend: Die Bedeutung der Clique

In der Pubertät werden Gleichaltrige zum Teil wichtiger als alles andere. Teenies entwickeln eine noch engere Bande zueinander. Eine Gefahr?

Spätestens in der Pubertät orientieren sich Kinder in ihrer Entwicklung zunehmend an einer neuen Peergroup – den Gleichaltrigen. Diese normale Entwicklung stellt aber sowohl Eltern als auch den Nachwuchs vor neue Herausforderungen.  Freunde, Cliquen oder Banden sind wichtig für die Persönlichkeit, haben aber nicht immer einen positiven Einfluss. Im besten Fall erkennen das Teenager von selbst und lernen, verantwortungsbewusst zu handeln, sich eventuell gegen eine Gruppenentscheidung zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Das ist nicht leicht und gelingt oft nicht sofort.

Zur Persönlichkeitsentwicklung benötigen Teenager Reibungsflächen, aber auch und Vorbilder auf Augenhöhe. Gleichaltrige in der Schule oder im Freizeitbereich bieten ihnen das, ohne die Sicherheit der Kernfamilie zu verlassen.

Der kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld setzt den Hebel aber bei den Eltern an. Diese sollten nie aufhören, sich einzubringen – vom Babyalter bis zum Ende der Pubertät –, denn nur eine sichere Eltern-Kind-Bindung sei die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Der bereits verstorbene dänische Erziehungsexperte Jesper Juul plädiert auch für die Vorbildwirkung von Mutter und Vater (Buchtipp: „Leitwölfe sein“, Verlag Beltz).

Die Pubertät ist ein Alter, in dem sich sehr deutlich die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung abzeichnet. Stichwort: Wohlstandsverwahrlosung. Kinder, die alles haben, aber keine Regeln von Eltern mitbekommen. „Hier gibt es einen Mangel an Kommunikation und Gemeinschaftskultur in der Familie. Einfache Dinge wie gemeinsames Essen, zusammen spazieren gehen usw. sollten im Mittelpunkt stehen. Dinge, die wesentlicher, wertvoller und prägender fürs Kind sind als die neueste Xbox“, betont Dr. Martina Leibovici-Mühlberger. Sie plädiert dafür, dem Kind gesellschaftliche Werte mit auf den Weg zu geben und weniger Materielles.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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