07.07.2010 13:17 |

Die Zecken lauern

So schützt du dich vor FSME und Borreliose

Sommer, Sonne, Zeckengefahr. Alle Jahre wieder passiert es bei Spaziergängen durch Wald und Flur, dass wir uns unbemerkt eine Zecke als Souvenir mit nach Hause nehmen. Die kleinen Krabbeltiere beißen sich versteckt am Körper fest und können dabei FSME und Borreliose übertragen. Neurologe Ulf Baumhackl warnt davor, den Impfschutz zu vernachlässigen. Christine Freund von der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer klärt über die bösen Folgen (Hirnentzündung, Blasenlähmung) auf, die der Biss einer infizierten Zecke haben kann (Video oben starten).

Österreich und die umliegenden Länder gelten als Risikogebiete, in denen Zecken die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Eine Impfung gibt es nur gegen FSME, deshalb ist es nötig, dass Naturliebhaber weitere Schutzmaßnahmen ergreifen. Und so schützt du dich vor Zecken:

  • Beim Wandern durch Zeckengebiete unbedingt lange Hosen, geschlossene Schuhe und Strümpfe tragen.
  • Möglichst helle Kleidung wählen, dann sieht man Zecken sofort und kann handeln.
  • Nicht unbedingt querfeldein laufen. Die Tiere lauern oft im hohen Gras auf Opfer.
  • Nach Spaziergängen und Wanderungen den Körper sofort nach dunklen Punkten absuchen.
  • Auch dein Haustier kann Zecken mit nach Hause bringen! Hunde und Katzen, die viel im Freien sind, sollten deshalb auch regelmäßig nach Zecken abgesucht und von ihnen befreit werden.

Was tun, wenn eine Zecke gefunden wurde?
Solltest du Zecken am Körper entdeckt haben – auch unter den Achseln, zwischen den Zehen, hinter den Ohren nachschauen und die Kopfhaut absuchen! – gilt, diese so schnell wie möglich zu entfernen.

Dafür benötigst du eine Pinzette oder Zeckenzange aus der Apotheke, mit der die Zecke nahe an der Haut gepackt und ganz langsam herausgezogen wird, ohne die Pinzette zu drehen. Bitte nicht panisch werden, sondern geduldig darauf achten, dass nichts von der Zecke abbricht. Zecke nicht quetschen! Hausmittel wie Alkohol oder Klebstoff lieber nicht versuchen. Zecken könnten im Todeskampf ihren Darminhalt entleeren und damit das Infektionsrisiko steigern.

Wichtig: Konnte die Zecke nicht vollständig entfernt werden, zum Arzt gehen.

Was sind Borreliose und FSME?
FSME, also die Frühsommermeningoenzephalitis, ist eine Entzündung des Hirns und der Hirnhäute. Sie beginnt zwei bis 28 Tage nach dem Zeckenbiss ähnlich wie eine Grippe. Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen und Müdigkeit sind die Symptome. Die Infektion kann aber auch zu Lähmungen führen. 

Während der FSME-Erreger die Speicheldrüsen besiedelt und sofort nach dem Stich in die Wunde wechselt, leben Borrelien im Magen-Darm-Trakt der Zecken. Sie wechseln gewöhnlich erst nach längerem Saugen auf den Wirt über.

Typischer Hinweis auf eine Borreliose ist die Wanderröte, eine Hautrötung um die Einstichstelle, die meist Tage oder Wochen nach dem Erregerkontakt auftritt. Mitunter bleibt dieses Warnsignal aus, und die Erreger verbreiten sich unbemerkt im Körper. Oft verursachen sie erst nach Monaten oder gar Jahren verschiedene Beschwerden, etwa grippeartige Symptome oder Gelenkschmerzen, meist im Knie. Borreliose kann mit Antibiotika sehr gut behandelt werden, wenn man rechtzeitig zum Arzt geht.

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