16.12.2019 16:26 |

An US-Investor

AutoScout24 soll um 2,5 Mrd. Euro verkauft werden

Der deutsche Anzeigenportal-Betreiber Scout24 steht unmittelbar vor dem Verkauf seines auch in Österreich verfügbaren Gebrauchtwagen-Portals AutoScout24. Der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman biete „erheblich mehr“ als 2,5 Milliarden Euro für das kleinere der beiden Standbeine von Scout24, teilte das Unternehmen mit.

Unterschrieben sei noch nichts, die Verhandlungen seien aber so weit fortgeschritten, sodass es möglicherweise ganz schnell gehen könne. Noch werde aber auch mit anderen Interessenten geredet. Scout24 würde sich nach einem Verkauf ganz auf das Wohnungs- und Häuser-Portal ImmobilienScout24 konzentrieren, das zwei Drittel des Umsatzes bringt und in Deutschland die klare Nummer eins ist. Die Aussicht auf einen hohen Verkaufserlös trieb die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie um fünf Prozent auf ein Rekordhoch von mehr als 58 Euro.

Aktionäre setzten sich für Verkauf ein
Scout24-Vorstandschef Tobias Hartmann hatte auf Drängen von Hedgefonds unter den Aktionären - zunächst widerwillig - Angebote für AutoScout24 eingeholt. Die Fonds argumentierten, dass die beiden Firmenteile getrennt mehr wert wären. Autoscout24 ist in Deutschland zwar nur die Nummer zwei hinter der Ebay-Tochter mobile.de, sieht sich europaweit aber als größtes Auto-Portal. Hartmann hatte intern eine Schmerzgrenze für den Verkauf gesetzt. „Für 2,3 Milliarden Euro wäre das nicht über den Tisch gegangen“, sagte ein Insider am Montag. Bereits am Dienstag könnte der Verkauf besiegelt werden. „Hellman & Friedman hat klar die Nase vorn.“

Der Finanzinvestor aus Kalifornien ist für Scout24 ein alter Bekannter. Hellman & Friedman und der US-Beteiligungsriese Blackstone hatten das Unternehmen vor vier Jahren an die Börse gebracht, nahmen aber im Frühjahr einen neuen Anlauf, bei Scout24 erneut einzusteigen. Ihr Gebot über 5,7 Milliarden Euro scheiterte am Widerstand der Aktionäre, die Scout24 damit zu gering bewertet sahen. Der Börsenwert ohne Schulden liegt inzwischen bei 6,25 Milliarden Euro.

Nach der gescheiterten Übernahme waren zahlreiche aktivistische Investoren eingestiegen, allen voran der US-Fonds Elliott. Er rechnete Hartmann im Sommer vor, dass AutoScout24 allein bis zu 2,5 Milliarden Euro wert sein könnte und sich der Aktienkurs mit einem Verkauf deutlich nach oben treiben ließe. Hartmann ließ sich auf die Probe aufs Exempel ein. Schnell zeichneten sich Angebote über mehr als zwei Milliarden Euro ab. Zuletzt waren neben H&F Finanzkreisen zufolge die Investoren Apax und Permira noch im Rennen. Nach einem „Financial Times“-Bericht hatte auch das australische Portal Carsales.com den Hut in den Ring geworfen.

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