08.10.2019 19:00 |

Nach Notre-Dame-Feuer

Großbrand in Basilika? Mariazell übt den Ernstfall

Die Mariazeller Basilika steht am Freitag im Mittelpunkt einer großangelegten Übung; die Idee dazu entstand nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre Dame in Paris am 15. April dieses Jahres. Annahme ist, dass im Dachbodenbereich der 84 Meter langen Kirche ein Feuer ausbricht.

Aufgeschreckt vom Flammeninferno von Notre Dame findet in Mariazell erstmals seit Jahren wieder eine größere Feuerwehrübung statt. Die Annahme: In der Mitte des Dachstuhls der Basilika bricht durch Arbeiten ein Brand aus, mehrere Personen befinden sich im Dachbodenbereich. Zehn Atemschutztrupps der Feuerwehren versuchen sie zu retten, zugleich werden die Flammen von außen mit Wasser gelöscht.

Pater ist selbst Feuerwehrmann
Dass dieses Szenario keine Utopie ist, hat der Großbrand in Frankreich zu Beginn der Karwoche gezeigt. „Als Wallfahrtsleiter von Mariazell und Verantwortlicher für die Basilika ist mir sowohl der vorbeugende Brandschutz als auch das ständige Üben der Feuerwehr Mariazell im Bereich unserer Kirche ein großes Anliegen“, sagt Pater Michael Staberl, der Superior des Wallfahrtsort und selbst aktiver Feuerwehrmann. „Eine Brandkatastrophe wie in Notre Dame darf in Mariazell keine Chance haben.“

Einzigartiger Schutz
Mariazell ist eigentlich gut gerüstet: Die Basilika und das nebenstehende Klostergebäude verfügen über eine vollautomatische Brandmeldeanlage, die direkt mit der Landesleitzentrale Steiermark verbunden ist. Alle Dachböden, Türme, Schatzkammern, Technikräume und andere sensible Bereiche sind lückenlos mit Rauchmeldern ausgestattet. Dies ist laut Staberl für eine Kirche in der Steiermark einzigartig.

Ebenso verfügt die Basilika über eine Steigleitung mit drei Wasserentnahmestellen im Bereich des Dachbodens der Basilika und im Glockenstuhl des Mittelturmes. Zusätzlich zum örtlichen Hydrantennetz befindet sich am Mariazeller Hauptplatz noch ein gedeckter Löschteich um die Löschwasserversorgung im Ortskern sicherzustellen. Die Übung soll auch die Leistungsfähigkeit des Wasserleitungsnetzes testen.

Auch Gäste aus Deutschland reisen an
Zwölf obersteirische Feuerwehren sowie die Kameraden aus Lilienfeld (NÖ) und der Partnerstadt Altötting, dem größten Wallfahrtsort Deutschlands, werden an der Übung teilnehmen. Um 16 Uhr wird am Freitag der Alarm ausgelöst.

Der letzte Großbrand vor fast 200 Jahren
Noch ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher: Der letzte große Brand der Basilika war am 1. November 1827. Der ganze Ort stand bereits in Flammen, als das Feuer auch auf das Dach der Basilika übergriff. Zum Glück hielten die Gewölbe - anders als in Notre Dame - dem verstürzenden Dachstuhl stand, so dass der Innenraum der prachtvollen Basilika erhalten blieb. Eine organisierte Feuerwehr gab es damals noch nicht, sie wurde in Mariazell 1874 gegründet.

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