09.09.2019 16:20 |

Jetzt sofort handeln

Der Klimawandel macht uns alle krank

Umweltmediziner warnen vor mehr Tropenkrankheiten, FSME-Fälle, Allergien, Atemwegserkrankungen und Hitzetoten als Folgen der größten gesundheitlichen Herausforderung unsere Zeit: der Klimakatastrophe.

„Schon die aktuellen immer extremer werdenden Wetterverhältnisse führen zu immensen wirtschaftlichen Schäden. Flutkatastrophen, Murenabgänge und Stürme, vor allem aber Hitze, wirken sich massiv auf die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen aus“, warnte Heinz Fuchsig, Referent für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei Nichterreichen des 1,5°C-Zieles würden hunderte Millionen Menschen mehr von tödlicher Hitze über 50°C betroffen sein. Laut Prognosen der Weltbank könnte es bis zum Jahr 2050 mehr als 140 Millionen Klimaflüchtlinge geben, wenn die Politik nicht entschiedener gegen den Klimawandel vorgeht.

Temperaturveränderungen wirken sich zudem auch auf Therapien bzw. Arzneimittel aus (so werden etwa Antibiotikaresistenzen mitverursacht) , lassen die Krankenstände explodieren und stellen die Medizin vor immer neue Herausforderungen. Besonders belastet sind ältere Menschen, die sich noch weniger rasch an die veränderten Bedingungen anpassen können als jüngere.

Weniger „heiße Luft“
Unter dem Motto: „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“ startet die Klimamahnwoche des Umweltreferates der Ärztekammer daher mit der Forderung, endlich politisch gegenzusteuern, und weniger „heiße Luft“ zum Thema zu verbreiten - O-Ton Umweltmediziner vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien Hans-Peter Hutter. Der Experte bestätigt: „In Zukunft ist mit noch weit mehr Hitzetagen zu rechnen, eine Verzehnfachung bis zum Jahr 2100 wird prognostiziert. Dementsprechend wird auch die Zahl an Hitzetoten deutlich ansteigen. Nicht zu vergessen die Zunahme an Allergien und Atemwegserkrankungen durch stärkere Pollen- und Luftschadstoffbelastungen sowie ein Anstieg von Infektionen durch die Ausbreitung von (tropischen) Krankheitserregern in den Norden.“

Geforderte wird rasches politisches Handeln, wie etwa Verteuerung klimaschädlicher Produkte und Dienstleistungen, die Einführung von CO2-Abgaben, aber auch Fett- und Zuckersteuern. Das hätte  sich in anderen Ländern bereits bewährt und würde generell als gesundheitsförderliche Maßnahmen wirken. Mehr Bewegung und weniger Fleischkonsum senken zudem erwiesenermaßen die Anzahl von Dickdarmkrebs und Diabetes Typ 2. Damit tue man gleichzweitig etwas für sich wie auch für andere, hofft Hans-Peter Hutter auf ein Umdenken.

Verantwortung tragen

Univ.-Prof. Dr. Markus Müller, Rektor der MedUni wies auf die besondere Verantwortung der Angehörigen von Gesundheitsberufen hin: „Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Daher ist es uns als Medizinische Universität Wien in unserer Rolle als eine der führenden Wissenschaftsinstitutionen in Österreich besonders wichtig, dieses Thema aufzugreifen, Verantwortung zu übernehmen und das Bewusstsein für dieses weltweite Problem zu schärfen."

Karin Podolak, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

CR7 im Gefühls-Chaos
Ronaldo bricht während TV-Interview in Tränen aus
Fußball International
Torjäger angeschlagen
Stürmer-Not: Salzburg-Gegner Genk nicht auf Touren
Fußball International

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter